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"Garstka warnt vor Gefahren des Internet
Berlins Datenschutzbeauftragter Hansjürgen Garstka hat
vor den Gefahren der Internet-Nutzung gewarnt. Wer das Internet nutzen
wolle, sollte sich auch möglichen Missbrauchs bewusst sein, sagte
Garstka. ... Nach Ansicht des Beauftragten ist es nicht hinzunehmen,
dass beispielsweise ohne Wissen des Internet-Nutzers aufgezeichnet
werde, welche Seiten er sich ansehe. Im harmlosesten Fall würden die Daten
nur zur gezielten Einblendung von Werbung genutzt. 'Es könnten aber
auch komplette Verhaltensprofile erstellt werden, mit denen Personen auch
gezielt ausgeforscht werden könnten.'" taz 24.1.00 S. 20
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"Flughäfen / Elektronische Peepshow
Neue Ganzkörper-Scanner können das Abtasten von
Fluggästen überflüssig machen. Bis zum Sommer sollen
alle großen US-Airports über die Geräte verfügen.
... 'Wenn es überhaupt eine schützenswerte Privatsphäre
gibt', empörte sich die US-Gesellschaft zum Schutz der Freiheitsrechte
American Civil Liberties Union über die elektronische Peepshow, 'dann
doch wohl unter der eigenen Kleidung.'" DER SPIEGEL 4/2000
24.1.00 S. 164
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"Postfach Cyberspace / Briefverkehr weltweit -
kein Problem mit kostenlosen E-Mail-Systemen
... Es wird aber auch reger Adressenhandel betrieben: In der
'Erklärung zur Privatsphäre' bei Hotmail steht, dass 'Cookies,
IP-Adressen und andere nummerische Codes', aus denen Userprofile entstehen,
für Marketingzwecke verwendet werden. Zwar wird versichert, dass die Privatsphäre
gewahrt bleibt und persönliche Angaben nur für demographische Zwecke
einzusetzen sind. Doch in Form von anonymen Sammeladressen können
User-Daten kundengerecht aufbereitet und weitergereicht werden." BerlZtg
24.1.00 S. 18
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"Hepatitis-C-Kranke fürchten Hysterie / Namentliche Meldepflicht
im Entwurf für neues Infektionsschutz-Gesetz brüskiert Betroffene
/ 'Öffentlich diskriminiert'
... Das Infektionsschutz-Gesetz, das das alte Bundesseuchengesetz
ablösen soll, wird am 27. Januar im Bundestag behandelt. ... Ein Sprecher
des Gesundheitsministeriums sagte ... ... Nur eine namentliche Meldung
könne zu einer Identifizierung der Infektionsquellen und zu einer
Unterbrechung der Infektionskette führen. Bei HIV sei dies nicht
notwendig, weil dort Übertragungswege und Vorbeugungsmöglichkeiten
bekannt seien." FR 24.1.00 S. 22
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"Zwangsgeld und Zwangshaft bei Verweigerung der
Auskunft / Informationsansprüche können vor Zivilgerichten eingeklagt
werden
... Für politische Parteien gilt in erster Linie das Parteiengesetz,
ergänzend sind aber die Vorschriften über Vereine im Bürgerlichen
Gesetzbuch heranzuziehen. Dort ist geregelt, dass der Vorstand wie
ein 'Beauftragter' auskunfts- und rechenschaftspflichtig ist. ... ... stellt
sich die Frage, ob er nicht weiter schweigen darf, weil strafrechtlich
gegen ihn ermittelt wird. ... Der Bundesgerichtshof hat allerdings
1989 im Fall eines Rechtsanwalts entschieden, er müsse trotz seines Zeugnisverweigerungsrechts
dem Mandanten Auskunft geben, selbst wenn er sich bei wahrheitsgemäßer
Erklärung einer strafbaren Handlung bezichtigen müsste."
FAZ 24.1.00 S. 2
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LOKALES
Baden-Württemberg:
"Datenschutz / Vorteil für den Täter
/ In Baden-Württemberg soll über den Verbrecher Thomas M. nicht
mehr berichtet werden
... Als der Leiter der Justizvollzugsanstalt Freiburg den
Fall M. bei einer Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestags vortrug,
beispielhaft für gemeingefährliche Straftäter, bei denen
möglicherweise auch mehr als zehn Jahre Sicherungsverwahrung angezeigt
sein könnten, fühlte sich der Häftling in seinen Persönlichkeitsrechten
verletzt. ... Landesdatenschutzbeauftragten Werner Schneider ... . Rösch,
so tadelte er in einem vier Seiten langen Schreiben, hätte auch den
Ort nicht nennen dürfen, an dem M. 1996 sein letztes spektakuläres
Verbrechen beging. ... Weil seinerzeit über die sechsfache Geiselnahme
in einer Bank ausführlich und mit vollem Namen in der Presse berichtet
worden sei, könne M. nun, durch die Preisgabe des Tatorts, wieder
mit seinem Verbrechen in Verbindung gebracht werden. ... Baden-Württembergs
FDP-Justizminister ... stellt sich vor seinen Untergebenen Rösch.
'Obwohl ich ein Liberaler bin', sagt Goll, 'halte ich Schneiders Forderung
für völlig überzogen.' ... Die heilige Kuh Datenschutz
stellt Interessen der Täter manchmal sogar über die Rechte
der Opfer. Thomas Rösch belegt dies mit einem Beispiel aus seiner Vollzugspraxis:
'Wir bekamen die Anfrage des Versorgungsamts Freiburg nach einem unserer Häftlinge,
der einem Mann ein Auge ausgeschlagen hatte und dafür in Regress genommen
werden sollte. Es ärgert mich noch heute, dass ich keine Auskunft
geben durfte.'" FOCUS 4/2000 24.1.00 S. 60
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