[Abkürzungen der
ausgewerteten Tageszeitungen] [NEU: Zur
Suche über alle bisherigen Ausgaben]
[Überblick über sonstige Veröffentlichungen
zum Datenschutz][Hauptseite]
*
"Der gläserne Aktionär
... Am Montag schloss nun auch die Deutsche Telekom AG den Umstellungsprozess
ab. Etwa 1,5 Millionen Depots wurden laut Firmenangaben von alten Inhaberaktien
auf nagelneue Namensaktien umgestellt. ... Problematisch ist das Aktienbuch.
Da dieses für die jeweiligen Aktionäre öffentlich ist, steht
es nun zum Schnüffeln bereit - für Adressenhändler etwa.
Auch Deutschlands oberster Datenschützer, der Bundesbeauftragte
Joachim Jacob, hält das Aktienbuch für den neuralgischen
Punkt. 'Namenaktien könnten den gläsernen Aktionär schaffen,
wenn es nicht zu einer Änderung des Aktiengesetzes kommt', befürchtet
er." taz 26.1.00 S. 8
*
"Niedersachsen führt digitale Signatur
ein
Das Land Niedersachsen führt beim internen Dienstverkehr
der Behörden flächendeckend die digitale Signatur, die elektronische
Unterschrift ein." BerlZtg 26.1.00 S. 18
*
"CSU darf sich weiterhin 'christlich' nennen
... Das Landgericht Würzburg wies am Dienstag eine
Klage ab, mit der die Partei gezwungen werden sollte, den Begriff 'christlich'
künftig aus ihrem Namen zu streichen (Az.: 61 O1203/99). ... Dazu
stellte das Gericht fest, dass Persönlichkeitsrechte nur vom 'Rechtsinhaber
selbst' und nach dessen Tod von Personen wahrgenommen werden könnten,
die nahe verwandt seien." FR 26.1.00 S. 6
*
"Multimedia Kompakt / Fernsehen / 'Big Brother'
darf starten
Die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) wird
derzeit nichts gegen die Ausstrahlung der umstrittenen Real-Live-Soap 'Big
Brother' beim RTL2 unternehmen." WELT 26.1.00 S. 35
Kommentar:
"Proletarische Gegenöffentlichkeit
... In der neueren Geschichte der Zurschaustellung der menschlichen
Privatsphäre hat die exhibitionistische Variante der amerikanischen
Popkunst seit Warhol und Lennon den Intimbereich in die Öffentlichkeit
gezerrt. ... Heute stehen Pfarrer Haak aus Wünschenberg, Ministerpräsident
Beck aus Mainz und die gebildeten Stände erschrocken vor der proletarischen
Gegenöffentlichkeit der Reality-Shows. Hier kämpfen Menschen
mit Haut und Haaren um ihr Recht, von den Medien genauso ernst genommen
zu werden wie die Prominenz." BerlZtg 26.1.00 S. 11
*
"Österreich will anonyme Sparbuchkonten abschaffen / OECD-Arbeitsgruppe droht andernfalls mit Sanktionen / Kreditwirtschaft fordert ein stärkeres Bankgeheimnis" FAZ 26.1.00 S. 31
"Anonyme Sparbücher werden in Österreich abgeschafft / Wien drohte Ausschluss aus der OECD-Arbeitsgruppe gegen Geldwäsche" HB 26.1.00 S. 24
*
"Mit heruntergelassenen Hosen in der Zeitung /
Schwedische Medien veröffentlichen persönliche Daten ertappter Freier
- Bilanz nach einem Jahr 'Sexköp'-Gesetz
... Seine persönlichen Daten bekam das 'Svenska Dagbladet'
aus den Polizeiakten." WELT 26.1.00 S. 36
*
LOKALES
Berlin:
"BVG will flächendeckend filmen / Nach erfolgreichem
Test wird Videokontrolle in Bussen und Straßenbahnen ausgeweitet
...Für Berlins Datenschutzbeauftragten Hansjürgen
Garstka steht fest, dass gegen die Video-Überwachung nichts einzuwenden
ist. Kompliziert wird es bei der Frage, wann aufgezeichnet werden
darf. Laut Garstka kann aufgezeichnet werden, wenn Verdacht auf eine Straftat
besteht. In solchen Fällen hat die Staatsanwaltschaft das Recht, die
Bildkonserven als Beweismittel in Gerichtsverfahren zu verwenden. Ist ein Prozess
abgeschlossen, wandern die Videos wie andere Beweismittel in die Asservatenkammer
des Kriminalgerichts. 'Die BVG nimmt keine Aufträge zur
Aufzeichnung in Bussen und Bahnen entgegen', sagte Vorstand Dubbenkropp.
Vorgesehen sei, dass die Fahrer in Gefahrensituationen per Knopfdruck
die Aufzeichnung starten. ... Video-Überwachung rund um die Uhr wird
es nach Dubbenkropps Worten auf keinen Fall geben." Tsp 26.1.00
S. 10
"Die BVG weitet Video-Überwachung aus / Im
Sommer werden in 100 Straßenbahnzügen und 50 Bussen Kameras
installiert
... Die Hamburger Hochbahn hat bereits beschlossen, 280 U-Bahn-Waggons
mit Kameras auszurüsten. Videoüberwachung gibt es auch im Pariser,
Kopenhagener und Londoner Nahverkehr. ... Im Gegensatz zu der ersten Erprobungsphase
können die Fahrer die Videobilder künftig aufzeichnen lassen,
wenn sie eine Straftat beobachten oder einen entsprechenden Verdacht haben.
Die gespeicherten Bilder können vor Gericht gegen den Täter verwendet
werden. 'Sie dürfen so lange aufbewahrt werden, wie es zur Durchführung
des Verfahrens erforderlich ist', sagte der Berliner Datenschutzbeauftragte
Hansjürgen Garstka. ... Garstka: 'Was hier geplant ist, geht
den Weg, den das Gesetz vorsieht.' Eine durchgehende, von konkreten
Anlässen unabhängige Speicherung von Videoaufnahmen wäre
dagegen mit dem Gesetz unvereinbar. ... Aufkleber weisen die Fahrgäste
auf die Videoüberwachung hin. ... Thilo Weichert von der Deutschen
Vereinigung für Datenschutz hält den BVG-Plan für 'problematisch'.
Für Außenstehende sei kaum nachvollziehbar, ob die Videobilder
nur durchlaufen oder tatsächlich gespeichert werden." BerlZtg
26.1.00 S. 22
"Vorsicht, Kamera! Randalierer in Bus und Bahn
abgeschreckt / Nach positivem Ergebnis startet die BVG jetzt zweiten Versuch
mit Videoüberwachung
... Die von der Kamera erfassten Ereignisse werden gespeichert
- auch das, was sich in den vorangegangenen fünf Minuten zugetragen
hat. Dieses 'Zeitfenster' ist nach Ansicht des Berliner Datenschutzbeauftragten
Hansjürgen Garstka 'zulässig'. Er lobte gestern die BVG ausdrücklich: 'Es
ist exakt der Weg, den die Rechtslage zulässt.' Außerdem ist
versprochen, alle mit Videokameras ausgerüsteten Fahrzeuge besonders
kenntlich zu machen." MoPo 26.1.00 S. 27
"BVG rüstet ihre Fahrer mit einem dritten
Auge aus / Fahrgäste in Bussen und Bahnen werden sechs Monate
lang per Video überwacht. Kameras sollen potenzielle Vandalen
abschrecken. Datenschützer hat keine Bedenken
... 'Eine Überwachung, wie die BVG sie plant, verstößt
nicht gegen das Gesetz', betonte der Berliner Datenschutzbeauftragte
Hansjürgen Garstka. 'Unzulässig wäre es, wenn die Kameras
ständig aufzeichnen würden oder Bilder von Fahrgästen
aufbewahrt würden, ohne dass der Verdacht auf eine Straftat besteht.'
Dubenkropp versicherte jedoch, die BVG habe 'nicht das geringste Interesse,
in der Richtung ins Gerede zu kommen.' Es werde auch kein Register über
auffällig gewordene Fahrgäste geben. Aufnahmen aus U-Bahnen
sollen per Funk an eine Überwachungszentrale gesendet werden."
taz 26.1.00 S. 20
*
"Neukölln / DeGeWo setzt zweiten Concierge
ein / Jüngere Mieter ziehen wieder in die Gropiusstadt
... Im Haus am Zwickauer Damm 12 wird eine Pförtnerloge
eingerichtet, Aufzüge und Nebeneingänge sollen mit Kameras überwacht
werden." BerlZtg 26.1.00 S. 26
*