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"G und I - Zwei Buchstaben verändern die
Welt / Die Gentechnologie und das Internet werden in Zukunft das Leben
der Menschheit prägen
... Die G- und die I-Revolution. ... Bis zum Jahr 2030, so prognostiziert
William Joy, Gründer und Chef-Wissenschaftler der Firma Sun Microsystems,
wird sich die Rechenleistung der Computer um den Faktor eine Million vergrößern.
... Jede Form der Kommunikation werde sich in naher Zukunft in
digitalen Netzwerken abspielen. Auf Informationen aller Art, alle Dienstleistungen,
Tickets, Filme und Warenangebote hätten wir dann immer und überall
Zugriff. Die andere Seite der Medaille ist jedoch, dass das Leben der Menschen
durch die I-Revolution immer transparenter wird. So standen denn folgerichtig
auch Fragen des Datenschutzes auf der Tagesordnung in Davos. Privatheit
scheint demnach künftig etwas zu werden, was man sich entweder leisten
will und kann oder eben nicht. So muss man sich beispielsweise Kryptoprogramme
kaufen, wenn man seine E-Mail vor dem Zugriff unberechtigter Dritter
schützen will, oder in Einkaufscentern höhere Preise bezahlen,
wenn man keine Kundenkarte akzeptiert, mit der alle Einkäufe
einer Person in einem Computer erfasst und ausgewertet werden können.
Datenschutz wird es also in Zukunft wohl nicht mehr zum Nulltarif geben.
Privatheit wird gleichsam zur Ware. ... Noch brisanter ist das Thema
Datenschutz bei den Konsequenzen der G-Revolution. ... Solange eine Genanalyse
noch ein aufwendiger Laborvorgang ist, können Datenschutzgesetze greifen
und verhindern, dass sich etwa Arbeitgeber oder Versicherungen über
genetische Risiken informieren. Doch spätestens, wenn einmal
die Technologien bereit stehen, die jedermann eine Genanalyse ermöglicht,
dürften die Dämme brechen." WELT 31.1.00 S. 16
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"E-dentität / Auf dem Weg zum digitalen Personalausweis
Ein europäisches Konsortium entwickelt mit Fördermitteln
der Europäischen Union Prototypen für einen Personalausweis auf Chipkarte.
... Auch Datenschützer arbeiten an dem Projekt mit. Marit Köhntopp,
die sich beim Landesbeauftragten für Datenschutz Schleswig-Holstein
mit dem Thema Chipkarten und Biometrie bereits ausführlich beschäftigt
hat, beurteilt FASME als überaus ehrgeizig. ... Köhntopp meint:
'Es wird nicht damit getan sein, Gesetze zu befolgen - man wird sehr viele
von ihnen ändern müssen, um ein derartiges Chipkarten-Verfahren
zuzulassen.' ... Auch Marit Köhntopp stellt die Frage, ob die
Chipkarte das richtige Medium für so ein Projekt ist. Die Vorteile
eines PDA liegen für sie auf der Hand: Über das Display
könne der Bürger sehen, was abläuft. Er könne
selbst bestimmen, welche Informationen er wem zu welchem Zweck zur Verfügung
stellt. ... Für Köhntopp steht fest: 'Damit wären deutlich
mehr Datenschutz und Selbstbestimmung möglich.'" c't Heft 3/2000
31.1.00 S. 67
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"Send It: Programmierer lasen E-Mails mit
Die Freeware Send It von 'Delphi-Total' verwaltet E-Mail-Rundschreiben.
Jeder verschickte Brief ging aber bis vor kurzem insgeheim als Kopie an
die Programmierer der Freeware - dieses Verhalten war weder dokumentiert,
noch tauchte der zusätzliche Empfänger in den Logfiles auf.
... Rechtsanwalt und Onlinerechtler Stefan Jaeger ... : 'Es fehlt
ein einschlägiger Straftatbestand. Eine Verletzung des Briefgeheimnisses
liegt hier nicht vor, weil eine E-Mail kein verschlossenes Schriftstück
ist. Und das Ausspähen von Daten ist nur strafbar, wenn der Täter
eine besondere Zugangssicherung überwindet - das ist hier nicht
geschehen. Bislang hat es der Gesetzgeber leider versäumt, einen hinreichenden
Schutz für E-Mails zu etablieren.'" c't Heft 3/2000 31.1.00 S.
64
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"Datenschutzgütesiegel
Die Fachhochschule Frankfurt am Main entwickelt in Kooperation
mit der Deutschen Postgewerkschaft ein Gütesiegel für den betrieblichen
Datenschutz." c't Heft 3/2000 31.1.00 S. 64
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