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"Stasi-Liste unter 'www.nierenspende.de' abrufbar
/ Eine unbekannte Berliner Gruppe hat die Namen von MfS-Mitarbeitern ins
Internet gestellt
... Unter der Überschrift 'Ministerium für Staatssicherheit',
illustriert mit einem Kampforden des Mielke-Ministeriums, bietet ein 'Zentralregister'
eine Liste mit rund 100 000 Namen von Stasi-Mitarbeitern zum Herunterladen
an. Aus der jedem Namen beigefügten DDR-Personenkennzahl ist ein Rückschluss
auf das Geburtsdatum möglich. Zudem gibt die Liste Auskunft über
damalige Jahreseinkommen (Stand 1989) des jeweiligen Mitarbeiters und nennt
- in verschlüsselter Form - seine Diensteinheit. ... Johann
Legner, Sprecher der Gauck-Behörde, führt vor allem 'datenschutzrechtliche
Bedenken' an. 'Wir würden die Liste in dieser undifferenzierten Form
nicht veröffentlichen, weil dies vom Stasi-Unterlagengesetz nicht
gedeckt wäre', ... . Beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz
sieht man in der Veröffentlichung der Liste einen Verstoß gegen
das Teledienste-Datenschutzgesetz. ... Jetzt kümmert sich der Berliner
Landesdatenschutzbeauftragte um den Fall." BerlZtg 8./9.1.00
S. 5
"Namen von Ex-MfS-Leuten im Internet" ND 8.1.00 S. 4
"Unbekannter stellt Namen von MfS-Mitarbeitern ins Internet" WELT 8.1.00 S. 4
"Ex-Stasi-Mitarbeiter auf Liste im Internet
Mit einem Kampforden des Mielke-Ministeriums hat eine unbekannte Berliner Gruppe
die Namen sämtlicher ... Stasi-Mitarbeiter im Internet ... veröffentlicht.
... Der Landesdatenschutz hat sich des Falls angenommen." Tsp
8.1.00 S. 30
"Ermittlungen wegen Stasi-Liste
... Die Sprecherin des Bundesbeauftragten für den
Datenschutz bezeichnete die Veröffentlichung als einen Verstoß
gegen das Teledienste-Datenschutzgesetz. Der Berliner Landesdatenschutzbeauftragte
habe Ermittlungen aufgenommen." MoPo 8.1.00 S. 6
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"Wenn der Fiskus schnüffelt / Zugriff auf Firmenrechner
... Im Steuerbereinigungsgesetz, das im Dezember verabschiedet
werden soll, hat die Regierung kurz vor Schluss quasi durch die Hintertür
noch eine höchst verdächtige Bestimmung eingebaut. Sie verpflichtet
Unternehmen, den Finanzbehörden jederzeit den direkten Online-Zugriff
auf ihr Datenverarbeitungssystem zu ermöglichen." com!online
1/2000 S. 8
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"Internet-Kontrolle in Schanghai
Die Polizei in der chinesischen Geschäftsmetropole Schanghai
hat kommerzielle Internet-Anbieter aufgefordert, sich bei den Sicherheitsbehörden
registrieren zu lassen." Tsp 8.1.00 S. 8
"Internet-Nutzer müssen sich in Schanghai registrieren" WELT 8.1.00 S. 6
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LOKALES
Berlin:
"Sollen Kameras den Pausenhof überwachen?
Für Diepgens Vorschlag kann sich keiner recht erwärmen -
Versuch in Marzahn
... Rudolf-Virchow-Oberschule in Marzahn ... . ... Schulleiter Wolfgang
Noetzel. ... Den ganzen Pausenhof mit Kameras zu überwachen, um Gewalttätigkeiten
zu verhindern oder zumindest die Täter feststellen zu können,
lehnt Noetzel ab: 'Die Schulatmosphäre lässt sich nicht durch
Kameras regeln. Da halte ich pädagogische Mittel für sinnvoller.'
Berlins Stellvertretende Datenschutzbeauftragte Claudia Schmid hat zudem
rechtliche Bedenken: 'Wenn die Bilder aufgezeichnet werden, ist das
so ein weitgehender Eingriff, dass dafür das Schulgesetz geändert
werden muss.' ... Ulrich Thöne, Vorsitzender der Berliner GEW: 'Ich
schließe nicht aus, dass in Einzelfällen die Polizei eine Videoüberwachung
durchführen muss. Aber es ist völlig verkehrt, wenn man Schüler
pauschal zu Tätern macht. ...'" WELT 8.1.00 S. 39
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Baden-Württemberg:
"Datenschutz auch für Verbrecher?
Mitunter werde der Datenschutz auf die Spitze getrieben,
grollt der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll
(FDP). ... In einem Gefängnis im Südwesten, berichtete der Minister,
sitze ein Häftling ein, der wegen eines schweren Verbrechens zu einer
hohen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung
verurteilt worden sei. Dieser Mann schicke ihm, Goll, und anderen regelmäßig
Todesdrohungen, ... . Über den Fall dieses Häftlings habe der
Leiter einer Haftanstalt bei einer Anhörung des Bundestags berichtet.
... Den Namen des Häftlings habe der Gefängnisdirektor nicht
genannt. Trotzdem, so Goll, habe der Anstaltsleiter eine vier Seiten
lange Rüge vom baden-württembergischen Landesbeauftragten für
den Datenschutz, Werner Schneider, erhalten. Schneider habe beanstandet,
man hätte aus der Geschichte, weil sie durch die Presse gegangen sei,
schließen können, wer der Betroffene sei. ... 'Wollen wir wirklich',
fragte Goll, 'dass jemand, der eine schwere Straftat begangen hat und dem
man weitere zutraut, dieselben Rechte auf Schutz seiner Daten hat wie Sie
und ich?'" FAZ 8.1.00 S. 2
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