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Tageszeitungen]
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"Kritik am 'Medien-Privileg' / Journalistische
Recherche soll weiterhin nicht kontrolliert werden - was Datenschützer
ärgert
Was haben Journalisten mit Bauern und Beamten gemeinsam? Ihre
Berufsverbände 'streiten sich um den Titel des ehrgeizigsten Lobbyisten'
- sagt jedenfalls der Berliner Professor Michael Kloepfer. Den Sieg
sprach er resignierend den Medien zu, den: 'Mit der Presse legt sich
die Politik lieber nicht an.' Ähnlich harsch urteilte sein Frankfurter
Kollege Spiro Simitis. Beide zausten den jüngsten Datenschutz-Kompromiss
zwischen Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) und dem Deutschen Presserat.
Danach soll es auch bei der Umsetzung der EG-Datenschutzrichtlinie von
1995 in Deutschland beim 'Medien-Privileg' bleiben. Statt der geplanten
staatlichen Kontrolle setzt man nun auf freiwillige Selbstregulierung und
auf wenige Standards zum technischen Datenschutz. ... In der bisher bekannten
Form verletze dieser Verzicht auf verbindliche Regulierungen das EG-Recht,
sagte Kloepfer in München auf einer Tagung des Studienkreises für
Presserecht und Pressefreiheit. Der Staat dürfe nicht aus seiner Verantwortlichkeit
für den Datenschutz entlassen werden." SZ 19.5.00 S. 14
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"GEZ besorgt sich Adressen von Quiz-Teilnehmern
/ Sprecherin: 'Praxis hat sich bewährt'"
... GEZ-Sprecherin Nicole Blohm bestätigte am Donnerstag, dass die Adresse
über einen 'Zwischenhändler' gemietet würden. Einen direkten
Kontakt zu den Privatsendern gebe es jedoch nicht." Tsp 19.5.00 S.
39
"Privat-TV hilft der GEZ / Gebührenfahnder
kaufen Zuschauer-Adressen
Wer an Gewinnspielen der privaten Fernsehsender teilnimmt, muss
damit rechnen, dass seine persönlichen Daten auch bei der Gebühreneinzugszentrale
von ARD und ZDF landen. ... Um auch die hartnäckigen Schwarzseher
auszumachen, unterhält die GEZ nicht nur ganze Hundertschaften von
Fahndern, sondern bekommt seit wenigen Wochen auch bundesweit Umzugsmeldungen
aus den Einwohnermelderegistern. ... Diese Praxis sei erlaubt, allerdings
wisse kaum ein Zuschauer, dass er der Weitergabe seiner Daten ausdrücklich
widersprechen müsse." MoPo 19.5.00 S. 25
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"Wir sitzen alle in gläsernen Büros / 2. Teil der WELT-Serie: Neue Technologien bedrohen immer mehr die Vertraulichkeit" WELT 19.5.00 S. 39
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LOKALES
Berlin:
Interview:
"Das muss Berlin ertragen / Wolfgang Wieland verteidigt
das Demonstrationsrecht
... Wolfgang Wieland, Fraktionsvorsitzender und innenpolitischer Sprecher
der Grünen im Abgeordnetenhaus. ... 'In der Berliner Koalitionsvereinbarung
wurde festgeschrieben, dass es die Videoüberwachung nicht geben wird.
Nicht auf öffentlichen Straßen, höchstens bei Objekten,
Gebäuden oder Friedhöfen. Ich appelliere an die SPD, hier ausnahmsweise
mal standhaft zu bleiben.'" FR 19.5.00 S. 8
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"Böger: Vergabe von Kitaplätzen
ist keine Glücksspirale / Senator garantiert einen Platz für
alle Kinder bis zu zwölf Jahren
... Er verteidigte das Anmeldeverfahren mit Fragebogen, das
keine Hürde und allen Eltern zuzumuten sei." Tsp 19.5.00
S. 14
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Mecklenburg-Vorpommern
"Großer Lauschangriff in Schwerin eingeschränkt
Der per Landesgesetz geregelte große Lauschangriff in
Mecklenburg-Vorpommern ist nach einer Entscheidung des Landesverfassungsgerichts
in Teilen verfassungswidrig. ... Das Ausspähen von Wohnungen oder
Büros ist demnach künftig nur noch zulässig, wenn Menschenleben
in Gefahr sind. Gegen das 'Sicherheits- und Ordnungsgesetz" (SOG)
hatten fünf Rechtsanwälte geklagt, die das Vertrauensverhältnis
zu ihren Mandanten gefährdet sahen. ... Anwälte, Ärzte und
Journalisten müssen weiter damit rechnen, dass bei Verdacht auf schwere
Straftaten Gespräche mit Mandanten, Patienten oder Informanten belauscht
werden. Nur das Beichtgeheimnis genießt laut SOG absoluten Schutz."
SZ 19.5.00 S. 9
"Verfassungsgericht schränkt Großen
Lauschangriff ein / Richter sehen Eingriff in Unverletzlichkeit der Wohnung
... 'Die organisierte Begehungsform von Straftaten ist kein
Umstand, der generell oder auch nur regelmäßig den Eingriff'
in das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung rechtfertigen
könne, heißt es in der Urteilsbegründung. ... (AZ: LVerfG
5/98). ... Das Land Mecklenburg-Vorpommern hatte die Bestimmungen zum Großen
Lauschangriff 1998 in seine Landesgesetzgebung aufgenommen, nachdem der
Bundestag dessen Einführung durch eine Änderung des Grundgesetzes
ermöglichte. Politisch war die Einführung umstritten. Auch beim
Bundesverfassungsgericht liegt eine Verfassungsbeschwerde vor, die unter
anderem die FDP-Politiker Burkhard Hirsch und die ehemalige Bundesjustizministerin
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger eingereicht haben." BerlZtg 19.5.00
S. 5
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