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Tageszeitungen]
*
"Schröder gegen Verwendung von Stasi-Protokollen
Appell an Ex-Kanzler Kohl ... Bundeskanzler Gerhard Schröder
(SPD) hält es nicht für richtig, die CDU-Finanzaffäre auch
mit Hilfe von Stasi-Abhörprotokollen aufzuklären. In einem Interview
der 'Bild am Sontag' sagte Schröder aber zugleich, darüber entscheide
der Untersuchungsausschuss des Bundestages. Er selbst halte 'wenig davon,
auf solche Protokolle zurückzugreifen'. Schröder forderte Ex-Kanzler
Helmut Kohl (CDU) erneut auf, die Namen der von ihm verheimlichten Parteispender
zu nennen. Es gehe nicht um Vergebung, sondern die Zeit sei reif, sich
an Recht und Gesetz zu halten." BerlZtg 25.4.00 S. 5
"Schröder schaltet sich in Streit um Stasi-Akten
ein
'Ich halte wenig davon, auf solche Protokolle zurückzugreifen'
- Grüne beharren auf Verwendung ... Die Gauck-Behörde
beharrt auf ihrem Standpunkt, das nach dem geltenden Stasi-Unterlagengesetz
dem Untersuchungsausschuss Stasi-Akten zur Verfügung gestellt werden
können. ... Persönliche Daten von Kohl werde die Behörde
allerdings weder an Medien noch bei einer möglichen Anfrage an den
Untersuchungsausschuss zur CDU-Spendenaffäre geben, sagte Busse. Tonbandmitschnitte
würden nur Kohl selbst zugänglich gemacht." WELT 25.4.00
S. 4
"Hände weg von Stasi-Protokollen!
Sie dürfen nicht gegen Stasi-Opfer verwendet werden - von Dieter
Wiefelspütz ... Unser Gastautor Dieter Wiefelspütz ist Mitglied
des Deutschen Bundestages und Innenpolitischer Sprecher der SPD-Franktion.
... Mit den Stasi-Akten soll Stasi-Unrecht aufgedeckt und erforscht werden,
es sollen aber nicht die Opfer der Stasi erneut mit dem Material der Stasi
ausgeforscht werden. Fazit: Hände weg von der Gauck-Behörde!
Aber auch Hände weg von Stasi-Abhörprotokollen, wenn sie zum
Nachteil von Stasi-Opfern verwendet werden sollen!" MoPo 25.4.00 S.
4
"Bei den Auswertern in den Katakomben der Stasi:
'Es gibt Sachen, die hätte man lieber nicht gelesen'
Die Hüter des verborgenen Schatzes
Es brennt die Luft - und so mancher Archivar leidet unter den delikaten
Geheimnissen, die er aus den Akten über prominente Politiker erfährt"
SZ 25.4.00 S. 3
"Das Ohr der Stasi
Die Lauscher der Hauptabteilung III des Ministeriums für
Staatssicherheit der DDR wussten alles über die westdeutschen Politiker:
wer wen mobbte, wer wem Geld gab, und wie das genau war mit den Verflechtungen
von Wirtschaft und Politik. Horst Männchen war der Chef der neugierigen
Hauptabteilung" taz 25.4.00 S. 6
*
"Der Spion, den niemand liebt
Europa-Parlament plant Untersuchungsausschuss zu 'Echelon'
... Echelon ist High-Tech pur. Ein Netzwerk aus 120 Satelliten,
die teuersten zum Stückpreis von einer Milliarde Dollar, fängt
alles auf, was an elektronischen Botschaften ins All gelangt. In den ersten
Jahrzehnten hatten es die Militärs vor allem auf die drahtlosen Telefonverbindungen
Moskaus abgesehen. Diese wurden durch Satelliten der 'Canyon' und 'Chalet'
Serie ins Bayerische Bad Aibling gespiegelt. Neueren Datums sind die Himmelskörper
der 'Orion' Serie, die auf Handy Signale spezialisiert sind. Seit den 78er
Jahren rückten zunehmend die kommerziellen Kommunikationssatelliten
ins Blickfeld der Lauscher. ... Um der so entstehenden Informationsflut
Herr zu werden, sortieren Hochleistungsrechner die Signale anhand von Schlagwortkatalogen
vor. Einige der Suchprogramme hat sich der US-Geheimdienst inzwischen patentieren
lassen. So das N-gram Verfahren, das anhand von Wahrscheinlichkeitsanalysen
abschätzt, ob ein Dokument Themen behandelt, die auf einer Suchliste
stehen. Eine einzige Überwachungsmaschine von Typ AST Model 132 der
Firma Applied Signal Technology (Sunnyvale, Kalifornien) soll bis zu 56
700 Telefonleitungen gleichzeitig überwachen und daraus 3000 verdächtige
Sprachkanäle isolieren können." SZ 25.4.00 S. V2/12
"Satellit steuert Tourist
Mit Handy-Informationsdienst und Global Positioning System unterwegs
in fremden Städten" SZ V2/12
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"Umfangreiche Datenbestände können in
Echtzeit analysiert werden
Aktueller Zugang zu Geschäfts- und Kundendaten im 'Zero Latency
Enterprise' / Neuartige Rechnerarchitektur von Compaq / Betrügereien
lassen sich schnell aufdecken ... Mit diesem Rechnernetz
wird der Geschäftsbetrieb einer sehr großen Telefongesellschaft
simuliert. Darin führen 20 Millionen 'Kunden' über 900 Millionen
Telefonanrufe am Tag. Für jeden Anruf werden Gesprächsdauer,
der entsprechende Tarif, die angewählte Nummer und weitere Details
erfasst und insgesamt für 90 Tage gespeichert. Das Neue an dieser
Rechnerarchitektur ist, dass die dabei gespeicherten Daten in Echtzeit
analysiert werden und jederzeit von 40 000, ebenfalls simulierten Kundenberatern
nach verschiedenen Kriterien abgerufen werden können. Ruft nun ein
Kunde im Servicezentrum der Telefongesellschaften an, kann sich der Berater
jederzeit ein Bild über das aktuelle Gesprächsverhalten des Kunden
machen, mit ihm Unstimmigkeiten bei der Abrechnung diskutieren und ihm
neue, auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmte Dienste anbieten.
Diese Rechnerarchitektur ist nicht nur auf die Anwendung bei großen
Telefongesellschaften beschränkt, sie lässt sich auch auf andere
Branchen übertragen. Dazu gehören alle finanziellen Dienstleistungen
wie Telefon- oder Online-Banking, aber auch große Waren- und Versandhausketten."
FAZ 25.4.00 S. 25
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"Mehr Primzahlen für mehr Sicherheit im Web
Verschlüsselung wird schneller und sicherer"
WELT 25.4.00 S. 35
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"Grüne streiten über Gen-Check
Der Gesundheitsexperte Bernd Köppl stößt mit
seinen Thesen zur Fortpflanzungsmedizin auf heftigen Widerstand in den
eigenen Reihen. Alte Prinzipien und neuer Pragmatismus stehen sich gegenüber
... Der Gesundheitsexperte hatte sich in einem taz-Interview dafür
ausgesprochen, dass ein künstlich befruchteter Embryo vor dem Einsetzen
in die Gebärmutter auf Erbkrankheiten untersucht werden darf, wenn
die Frau es wünscht." taz 25.4.00 S. 19
LOKALES
BADEN-WÜRTTEMBERG
"Stuttgart will Kriminelle per Video abschrecken
Der baden-württembergische Innenminister Thomas Schäuble
(CDU) hat sich für die Überwachung von öffentlichen Plätzen
mit mobilen Videokameras ausgesprochen. 'Die Kameras sollen an Kriminaltätsbrennpunkten
vor allem in den Innenstädten aufgestellt werden'. So sollten vor
allem potenzielle Straftäter abgeschreckt werden. Eine flächendeckende
Einführung werde es aber nicht geben. Doch zuerst müsse in Baden-Württemberg
noch das Polizeigesetz geändert werden. Noch offen sei, wie lange
die Aufnahmen aufgehoben werden dürfen. ... Auch der Datenschutzbeauftragte
des Landes könnte bei etwaigen Missständen Zugriff zu dem Material
bekommen." FAZ 25.4.00 S. 4