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Tageszeitungen]
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"Gauck-Behörde entdeckt weitere Stasi-Akten
über Bundespolitiker
Abhörprotokolle von Telefongesprächen Joschka Fischers
und Otto Schilys aufgetaucht / Umfangreiche Funde zu Ex-Kanzler Willy Brandt
... Neben den Akten zu Fischer und Schily existieren auch Abhörberichte
über die früheren Bundesminister Klaus Kinkel, Otto Graf Lambsdorff
und Hans-Dietrich Genscher (alle FDP), den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten
Franz Josef Strauß (CSU) sowie die früheren Bundeskanzler Willy
Brandt und Helmut Schmidt (beide SPD). Dagegen blieb die Suche nach Abhörberichten,
die den jetzigen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) betreffen, bislang
erfolglos." BerlZtg 26.4.00 S. 1
"Worauf hat Kohl Anspruch?
... Nichts wäre falscher, als das Stasi-Unterlagengesetz
in eine Lex Kohl umzuwandeln und den ehemaligen Bundeskanzler zu begünstigen."
BerlZtg 26.4.00 S. 4
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"Schily will mit Wirtschaft gegen Hacker vorgehen
Experten des Innenministeriums legen Konzept für mehr Sicherheit
im Internet vor" WELT 26.4.00 S. 2
"Machtlos gegen Cybercrime
Eine Studie des Bundeskriminalamtes kommt zu dem Ergebnis, dass
die deutsche Polizei gegen Kriminalität im Internet denkbar schlecht
gerüstet ist" WELT 26.4.00 S. WW2
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"Deutscher Datenschutz hinkt Brüsseler Richtlinie
hinterher
Kommission droht mit Klage / Rechtsunsicherheit für Privatwirtschaft"
FAZ 26.4.00 S. 27
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"Kundenprofile in Sekundenschnelle
Konzept ZLE soll Compaqs Wandlung vom PC-Fabrikanten zum Löschungsanbieter
vorantreiben ... Für Telefongesellschaften rechnet sich nach der
Überzeugung der Compaq-Strategen die Investition, die je nach Umfang
fünf Millionen Dollar oder auch ein Vielfaches davon betragen kann.
Denn sie könnten damit eines ihrer größten Probleme bekämpfen:
den Betrug. Ungewöhliche Verhaltensmuster - wenn etwa von einem Handy
aus plötzlich unzählige Gespräche zu bis dato nie angerufenen
Nummern geführt werden - können sofort aufgespührt werden,
so dass der Netzbetreiber einschreiten kann, bevor etwa ein Dieb riesige
Rechnungsbeträge aufhäuft. Die Telefongesellschaften können
zudem beobachten, ob ihre Kunden innerhalb der Kreditlimits bleiben, sie
können zu jedem gewünschten Zeitpunkt Rechnungen ausstellen und
auf Grund aktueller Kundenprofile gezielt neue Leistungen anbieten"
SZ 26.4.00 S. 29
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LOKALES
BERLIN
"Start für 60 neue Bürgerbüros
gesichert: Abgeordnetenhaus stellte vier Millionen Mark bereit, sechs weitere
folgen 2001
In Zukunft nur ein Weg, aber viel Service" MoPo 26.4.00
S. 32
"Geplante Bürgerämter
Kommt Service?
Die Zukunft klopft an: Berlin soll endlich 60 komfortable Bürgerbüros
bekommen. Komfortabel deshalb, weil in jedem Büro alles zu bekommen
sein soll - egal ob Pass, Autonummernschild oder Wohnberechtigungsschein.
2004 sind hoffentlich die Zeiten vorbei, in denen Neuberliner den Behördenmarathon
nur absolvieren können, wenn sie dafür den halben Jahresurlaub
opfern. ... Jetzt bleibt zu hoffen, dass das Parlament nicht vor dem nächsten
Schritt zurückschreckt und die Verschmelzung von Meldestellen und
Bürgerämtern auf den Weg bringt. Denn nur dann können die
Mitarbeiter den Bürgerbüros wie geplant alles an einem Platz
anbieten." MoPo 26.4.00 S. 4
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Bayern
"OLG München fällt Grundsatzurteil
zur Haftung von Internet-Anbietern für fremde Inhalte
'Web-Spiegel' haftet nicht für Einzeldateien ... Online-Anbieter
müssen nicht jeden erdenklichen Aufwand betreiben, um zu vermeiden,
dass über ihre Web-Seiten illegale Inhalte ins Netz gelangen. Dies
geht aus einem kürzlich verkündeten Urteil des Oberlandgerichts
München hervor (Az.: 6 U 5475/99). Wer lediglich die Datenbestände
anderer auf seinem Web-Server 'spiegelt', muss nicht tägich jede einzelne
Datei auf ihre Legalität prüfen und gegebenenfalls herausfiltern.
Dieser Aufwand sei nicht zumutbar, zumal jede Bemühungen, den Zugriff
auf illegale Dateien zu unterbinden, leicht umgangen werden könnten.
Daher könne das Unterlassen von Gegenmaßnahmen nicht zu einer
Haftung für die illegalen Inhalte führen." HD 26.4.00 S.
55
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Sachsen-Anhalt
"Regierung billigt Polizeigesetz
In Sachsen-Anhalt kündigt die CDU Unterstützung im Landtag
an ... Die sozialdemokratische Landesregierung Sachsen-Anhalts hat
am Dienstag die von Innenminister Püchel vorgeschlagenen Änderungen
am Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes
(SOG) gebilligt. ... An 'definierten gefährlichen Orten', wo erfahrungsgemäß
Straftaten verabredet oder verübt werden, soll es der Polizei erlaubt
werden, sichtbare Videokameras zu installieren. Eine großflächige
Überwachung ganzer Stadtteile werde damit nicht ermöglicht, sagte
Innenminister Püchel bei der Vorstellung der Novelle. Ebenso seien
verdeckte Bild- und Tonaufzeichnungen mit dieser Regelung ausgeschlossen.
Ein Sprecher Püchels hob hervor, dass der Minister im Verlauf der
Auseinandersetzungen um das Polizeigesetz lediglich in zwei Punkten nachgegeben
habe. So seien die Platzverweise gegen extremistische Störer von 14
auf vier Tage beschränkt worden. Die Zulassung offener Videoüberwachung
sei auf zwei Jahre befristet. Auf Grund der in dieser Zeit gesammelten
Erfahrungen müsse dann neu darüber entschieden werden."
FAZ 26.4.00 S. 9