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Tageszeitungen]
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"Kohl ließ 1990 brisante Abhör-Akten
der Stasi vernichten / Dokumente kurz vor der Wiedervereinigung in den
Westen geschafft / Altkanzler will gegen Verwendung von Lauschprotokollen
klagen
... Wie aus einem Protokoll einer Sitzung des Bundestags-Innenausschusses
vom 19. Juni 1991 hervorgeht, wurden im Jahr 1990 vor der Wiedervereinigung
Akten gezielt vernichtet, die die Stasi durch das Abhören
von Telefongesprächen in der Bundesrepublik gewonnen hatte. Die Unterlagen
- hauptsächlich Wortlautprotokolle von abgehörten Telefonaten
führender Unions-Politiker - wurden seinerzeit mit Duldung des damaligen
DDR-Innenministers Peter-Michael Diestel (CDU) aus dem sicher gestellten
Stasi-Archiv ausgesondert und zum Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz
(BfV) transportiert. Dort seien sie entsprechend einem Beschluss der damaligen
Bundesregierung 'ohne Bearbeitung' vernichtet worden, heißt es in
dem Ausschussprotokoll. ... Laut 'Spiegel' gibt es in der Gauck-Behörde
in Berlin noch rund 50 000 Abhörprotokolle." BerlZtg 3.4.00
S. 1
"Langer MfS-Schatten auf Kohls Geburtstagstisch / Ex-Kanzler will Veröffentlichung von Abhörprotokollen verhindern" ND 3.4.00 S. 1
"Stasi-Abhörprotokolle über CDU-Politiker
vernichtet / Innenminister Schäuble und Verfassungsschutzpräsident
Werthebach leiteten die 'Archivfledderei' Anfangder 90er Jahre
... Einen Fehler haben Schäuble und sein langer Arm zur
Stasi, Werthebach, 1990 aber doch gemacht. Hätten sie vor einem Jahrzehnt
vorausgesehen, dass die Telefonat von Uwe L.(...) und Horst W.(...) einmal
solche Brisanz bekommen würden, hätten sie diese Lauschprotokolle
der Stasi mit Sicherheit auch vernichten lassen." BerlZtg 3.4.00
S. 8
"Kohl schon mit 20 Jahren von der Stasi abgehört" Tsp 3.4.00 S. 4
"Bitterer Beigeschmack zu Kohls 70.: Stasi bespitzelte
ihn jahrzehntelang
... Dafür hat sich Helmut Kohl erstmals öffentlich
zur Veröffentlichung von Stasi-Abhörprotokollen geäußert.
Es sei 'völlig inakzeptabel', dass Protokolle veröffentlicht
würden, bei denen niemand wisse, wer sie erstellt habe und ob sie
nicht verfälscht seien, sagte Kohl. Er betonte, er sei nicht bereit,
das hinzunehmen, hob aber hervor, dass das nichts mit persönlichen
Befürchtungen zu tun habe." MoPo 3.4.00 S. 2
"'So viele leckere Sachen
Die Herausgabe abgehörter Telefonate zum CDU-Finanzskandal
hat einen erbitterten Konflikt entfacht. Parteien und Politiker streiten
um die Frage, welche Stasi-Unterlagen über prominente Westdeutsche
veröffentlicht werden dürfen. Altkanzler Kohl will sogar das
Verfassungsgericht zu Hilfe rufen." DER SPIEGEL 14/2000
3.4.00 S. 22 ff.
"Kohl warnt vor der Verwendung von Materialien des Staatssicherheitsdienstes der DDR / Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts angeregt / Die Verwertbarkeit von Abhörprotokollen" FAZ 3.4.00 S. 1
"Kohl will Preisgabe von Stasi-Material verhindern / 'Informationen wurden mit verbrecherischen Mitteln gewonnen' / Anwälte sollen Verfassungsgericht anrufen" SZ 3.4.00 S. 1
"Kohl bei der Stasi / Jahrzehntelang hat der DDR-Geheimdienst den Altkanzler abgehört. Kohl will die Veröffentlichung der Telefon-Protokolle verhindern" taz 3.4.00 S. 2
"Die Stasi kommt wieder / Sie bespitzelte und ängstigte nicht nur ihre eigenen Bürger. Der DDR-Staatssicherheitsdienst hatte seine Abhörprotokolle auch auf die Schaltzentralen der westdeutschen Eliten gerichtet. Diese Dokumente könnten die Nachkriegsgeschichte erschüttern" WELT 3.4.00 S. 3
"Kohl will Stasi-Protokolle geheim halten / Bundesverfassungsgericht soll Veröffentlichung prüfen" HB 3.4.00 S. 4
"Ein Band lief immer mit / Spionieren, desinformieren, infiltrieren: Das MfS schreckte vor nichts zurück" WELT 3.4.00 S. 3
*
"Unbefugtes Eindringen in die Privatsphäre? /
Streit in den Vereinigten Staaten über die Volkszählung
... Obschon die meisten nur die Kurzform erhalten und nur sieben
unverfängliche Fragen hinsichtlich Zahl, Geschlecht und Rasse der
Haus- oder Apartmentbewohner ausfüllen müssen, gibt es viel
Unzufriedenheit über angebliche Verletzungen der Privatsphäre,
über zu große Neugier und ungebührliches Schnüffeln
des Staates. ... Die Langform (53 Fragen) enthalten zu viele Details,
die über das hinausgingen, was der Staat unbedingt wissen müsse.
Dazu gehörten Familieneinkommen, Ausbildungsgrad, körperliche Behinderungen,
die ethnische Zugehörigkeit oder auch die Ausstattung der Küche.
... 'Jede Frage hat ihren Sinn, da ohne die entsprechenden Daten bestimmte
Gesetze, die der Kongress erlassen hat, nicht ausführbar sind', sagt
Professor Fienberg von der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh.
Für die vollständige Erfassung der Bevölkerung hat
die Zählbehörde 300 Millionen Formulare versandt, 860 000 Teilzeithelfer
angestellt und 520 lokale Büros mit der Erfassung betraut. Insgesamt
stehen 6,8 Milliarden Dollar für die Kosten der Volkszählung
zur Verfügung. Die Behörde hofft, dass bis Mitte April rund
61 Prozent der Haushalte den Fragebogen beantwortet haben werden. Zu offiziellen
Volkszähltag am 1. April betrug die Erfolgsrate erst 50 Prozent."
FAZ 3.4.00 S. 8
*
"Amerikaner suchen ihre Wurzeln / Genanalysen
sollen transatlantische Verwandtschaften transparent machen
Ein unterirdischer Granitbunker in den Wasatch-Bergen im US-Bundesstaat
Utah beherbergt eine ganz und gar außergewöhnliche Sammlung:
Nicht weniger als zwei Milliarden Personendaten sind dort auf Mikrofilmen
erfasst. Was wie ein Geheimarchiv des CIA anmutet, ist in Wirklichkeit
das Werk der auch als Mormonen bezeichneten 'Latter Day Saints' (LDS),
die aus religiösen Gründen Ahnenforschung betreiben. So
stammen die Daten auch nicht von lebenden Personen, sondern von Menschen,
die in der Regel vor 100 bis 400 Jahren gelebt haben. ... Die ausgewerteten
Daten werden seit kurzem sogar kontinuierlich für das Internet aufbereitet.
Die Informationen von über rund 400 Millionen Personen, das sind 20
Prozent des im Bunker in Utah befindlichen Materials, sind bereits über
das Internet kostenlos abrufbar." WELT 3.4.00 S. 35
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"Chimären im Cyberspace / Internet-Terrorismus ist jetzt auch ein Thema für die Bundesregierung" SZ 3.4.00 S. 1
"Experten schüren Angst vor dem 'Cyberwar'
/ Regierungskommission warnt vor elektronischen Angriffen auf Polizei oder Krankenhäuser
Die Bundesregierung befürchtet angeblich eine neuartige
Bedrohung für Staat und Wirtschaft aus dem Internet. Experten sollen
bereits das Bild eines völlig anderen Krieges skizziert haben.
... Besonders beunruhigt sind die Experten dem Bericht zufolge darüber,
dass der so genannte Cyberwar von überall aus der Welt geführt
werden könne. Es gebe 'kein geschütztes Staatsgebiet mehr, das
an seinen Grenzen mit militärischen Mitteln erfolgreich zu verteidigen
wäre'." FR 3.4.00 S. 5
"Der Krieg der Mäuse / Cyberwar
Eine geheim tagende Arbeitsgruppe der Regierung sieht 'völlig
neuartige Bedrohungen' durch das Internet: Der Staat muss sich auf
'kriegerische Auseinandersetzungen' gefasst machen." DER SPIEGEL
14/2000 3.4.00 S. 48 f.
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"Microsoft wird gebootet / Vermittlung gescheitert. Im großen Kartell-Prozess mit den US-Regierungen bleibt nur noch der Rechtsweg" taz 3.4.00 S. 2
"Microsoft steht vor einer Niederlage / Einigung im Kartellverfahren gescheitert - Urteil zu Gunsten der US-Regierung erwartet" WELT 3.4.00 S. 17
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"Russischer Geheimdienst verstärkt Spionage
gegen Westen / Überwachung der Kommunikation von Firmen im Internet
Der russische Geheimdienst FSB hat seit Jahresbeginn umfangreiche
Schritte unternommen, um seine Wirtschaftsspionage gegen den Westen zu
verstärken. ... Grundlage für die Überwachung des Internets
ist das so genannte Projekt SORM, das für 'System zur Gewährleistung
von Ermittlungsaktivitäten' steht. Das Projekt, dessen Existenz nach Auskunft
der BND-Sprecherin dem deutschen Geheimdienst bekannt ist, erlaubt dem
FSB einen ständigen Zugriff auf den Datenverkehr, der über die
rund 350 russischen Intenet-Provider abgewickelt wird." BerlZtg
3.4.00 S. 10
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"Softwarehändler im Netz bald überflüssig
/ Computerprogramme über das Internet mieten
... Softwarehandel im Internet pubertiert und immer
mehr Shops wagen sich auch in Deutschland an den Start. Bevor jedoch die
erste Mark verdient werden kann, bedrohen schon neue Technologien das Geschäft.
Programme sollen zukünftig nur noch gemietet und zur Nutzung online
aktiviert werden. ... Neue Technologien wie Elektronische Softwaredistribution
(ESD) und Application Service Providing (ASP) machen Softwarehändler
überflüssig. ... Nachteile von ASP sind eventuell überlastete
Leitungen und ein Mehraufwand an Sicherheitsvorkehrungen, um unerwünschte Gäste
aus dem System fernzuhalten. Eine Studie von Dataquest räumt der neuen
Technik enorme Wachstumschancen ein. Wurden 1998 gerade einmal 20 Millionen
Dollar umgesetzt, erwarten die Marktforscher für 2003 einen ASP-Markt
in 2003 ein Umsatzvolumen von 22,7 Milliarden Dollar." HB 3.4.00
S. 28
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"Revolution im Büro / Scientology
Ein neues Bürgerrecht in drei Bundesländern soll eine
gläserne Verwaltung schaffen. Eine Sekte versucht nun, mit Hilfe des
Gesetzes Ämter auszuforschen." DER SPIEGEL 14/2000
3.4.00 S. 56 f.
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LOKALES
Hamburg:
"Nichts geht mehr - noch nicht / In Hamburg soll
das erste deutsche Internet-Kasino ins Netz gehen, doch die Behörden
zieren sich
... Zahlreiche Internet-Spielbanken mit Sitz in Übersee
haben sich ganz auf deutsche Kunden spezialisiert und leiten den virtuellen
Besucher in deutscher Sprache durch die Anmeldung und das Spielgeschehen.
... Langwierig ist das Anmeldeverfahren. In der Regel ist dem Anbieter
eine Kopie des Personalausweises zu faxen, denn auch im Internet darf
erst ab 18 gezockt werden. Erst dann richtet der Betreiber ein Spiel-Konto
ein, das per Kreditkarte bedient wird. Während die Anbieter vom
Surfer zahlreiche persönliche Daten einfordern, spielt dieser ins
Ungewisse. Denn bis auf eine Fax-Nummer erfährt man häufig
nichts von der virtuellen Spielbank." BerlZtg 3.4.00 S. 20
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Berlin:
"Big Boss is watching you / Über Handy
Mitarbeiter beobachten - eine Berliner Firma macht es möglich
Sind meine Leute auch wirklich am Arbeiten? Der Chef einer Baufirma,
von Termin zu Termin unterwegs, braucht nur sein Laptop anzuschalten und
sich über das angeschlossene Handy einzuwählen. Gleich hat er
ein ruckelndes Bild auf dem Schirm, aufgenommen von der kleinen Digitalkamera
auf der Baustelle. ... Der Tele-Observer des Lichtenberger Unternehmens
D-Research Digital Media Systems GmbH ist in der Lage, den 'Flaschenhals'
der Mobilkommunikation - die niedrige Übertragungsrate von 1 Kilobit
pro Sekunde - auszutricksen und so Bewegtbilder zu versenden. ... Der Tele-Observer
ist derzeit das Hauptprodukt der Berliner Firma, die gerade ihr fünfjähriges Bestehen
feierte. 200 Geräte davon wurden im vergangenen Jahr verkauft, die
überwiegend im Sicherheits-Bereich eingesetzt werden." MoPo 3.4.00
S. 17
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"PDS entsetzt über Spitzel / V-Mann des Berliner Verfassungsschutzes soll auch die PDS-Landeschefin Petra Pau ausspioniert haben" taz 3.4.00 S. 20
"Berliner PDS-Chefin bespitzelt
Die Berliner PDS-Vorsitzende Petra Pau ist laut einem 'Spiegel'-Bericht
offenbar vom Verfassungsschutz bespitzelt worden. ... PDS-Bundesgeschäftsführer
Dietmar Bartsch nannte es einen 'absoluten Skandal', dass der Geheimdienst
nicht einmal vor demokratisch gewählten Abgeordneten Halte mache." ND 3.4.00
S. 1
"V-Mann soll Petra Pau bespitzelt haben / Neue Vorwürfe
gegen den Verfassungsschutz
... Ein ehemaliger hauptamtlicher Mitarbeiter der Staatssicherheit
soll sich im Auftrag des LfV im Mai 1998 im Büro der Landesvorsitzenden
Petra Pau in der Oderberger Straße in Prenzlauer Berg um
Aufnahme in die PDS bemüht haben." BerlZtg 3.4.00 S. 23
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Brandenburg:
"Schönbohm hält an Plänen zur Videoüberwachung
fest / Innenminister fordert sachliche statt emotionale Debatte über Kameras
- Innere Sicherheit sei 'Kernaufgabe für Brandenburg'
... Durch Videokameras könnten künftig besonders extremistische
und fremdenfeindliche Straftaten, wie die jüngste Schändung des
jüdischen Friedhofs in Guben oder die Zusammenrottung von Neonazis
auf Bahnhofsvorplätzen verhindert werden, sagte der Ex-Bundeswehrgeneral.
... Immerhin komme inzwischen in allen Dienststellen das neu geschaffene
'Polizeiliche Auskunftssystem Straftaten' (Pass) zur Anwendung. Damit könnten
Informationen über Verbrechen und Täter wesentlich schneller
an andere Dienststellen übermittelt werden. Bald könne durch
die Erweiterung von 'Pass' ein Streifenpolizist Strafanzeigen sofort
in das landesweite System einspeisen. In diesen Datenaustausch werde
die Staatsanwaltschaft einbezogen." WELT 3.4.00 S. 42
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Interview:
"Verfassungsschutz als Dienstleistung / Interview
mit Heiner Wegesin, dem Chef des Brandenburger Verfassungsschutzes
... MoPo: 'Könnte die Fusion beider Verfassungsschutzabteilungen
noch vor der angestrebten Länderehe erfolgen?' Wegesin: 'Nein,
denn das Problem der politischen Verantwortung und parlamentarischen Kontrolle
wäre nicht zu klären. Der Verfassungsschutz operiert auf politisch
sensiblem Terrain. Wer trüge denn die Verantwortung, wenn dieser Behörde
ein Fehler unterliefe - der Berliner Innensenator oder aber der Potsdamer
Innenminister? Das ist ein unlösbares Problem.'" MoPo 3.4.00
S. 28
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"Verfassungsschutz: Keine Stasi-Mitarbeiter
Der brandenburgische Verfassungsschutz arbeitet nach Angaben
des Potsdamer Innenministeriums nicht mit ehemaligen hauptamtlichen Mitarbeitern
der Stasi zusammen." BerlZtg 3.4.00 S. 31
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