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"Kabinett Kohl ließ Stasi-Akten vernichten
/ Berlin bestätigt Beseitigung von Abhörprotokollen
Nach der Wende in der DDR hat die Regierung unter Bundeskanzler
Helmut Kohl (CDU) die Vernichtung von Stasi-Abhörprotokollen westdeutscher
Politiker beschlossen. Das bestätigte am Montag das Bundesinnenministerium. Demnach
sollen die anderen Parteien mit dem Schritt einverstanden gewesen seien."
FR 4.4.00 S. 1
"Gauck will Stasi-Abhörprotokolle freigeben / Aufgezeichnete Gespräche von Westpolitikern / Unterlagen aber nur an Untersuchungssausschuss und Justiz / Regierung bestätigt Aktenvernichtung im Jahr 1990" SZ 4.4.00 S. 1
"Giftpfeile aus der Vergangenheit / Informationen aus Stasi-Akten wurden immer wieder als politisches Kampfmittel eingesetzt" SZ 4.4.00 S. 2
"Einer wie Guillaume / Adolf Josef Kanter: Der Spion, der Ostberlin über die Spendenpraxis der CDU informierte / Flicks zweiter Mann in Bonn war über Jahrzehnte eine erste Adresse der Stasi - auch nach der Enttarnung ist sein Fall nie groß publik geworden" SZ 4.4.00 S. 3
"Innenministerium bestätigt Beschluss zur Aktenvernichtung / Westdeutscher Konsens / Gefahr für Persönlichkeitsrechte / Handel mit Material der Staatssicherheit" FAZ 4.4.00 S. 1
"Parteien ließen Stasi-Akten vernichten
/ Schäuble rechnet mit Kohl ab: 'Machtkampf innerhalb der Partei
Mit Billigung aller Parteien sind im Jahr 1990 Akten der
DDR-Staatssicherheit über westdeutsche Politiker vernichtet worden.
Das bestätigte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Man habe
die illegal erworbenen Informationen vor der Vernichtung nicht ausgewertet." HB 4.4.00
S. 4
"Untersuchungsausschuss darf Abhörprotokolle nicht verwerten / SPD will aus Unterlagen der Gauck-Behörde Erkenntnisse über Parteispenden gewinnen" HB 4.4.2000 S. 4
"SPD und CDU wollen strengeren Umgang mit den Stasi-Akten / Rufe nach Gesetzesänderung - Lengsfeld und Diestel kritisieren Gauck - Günter Nooke warnt vor Hysterie im Westen" WELT 4.4.00 S. 6
"Gauck gerät immer stärker unter Druck
... 'Mit der Ära Kohl ist auch die Ära Gauck
zu Ende gegangen', sagte der ehemalige DDR-Innenminister Peter Michael
Diestel zur WELT. Hauptkritikpunkt an Gauck ist die Herausgabe der Stasi-Protokolle
von Telefonaten des ehemaligen CDU-Schatzmeisters Walther Leisler Kiep.
Gauck selbst hat dies inzwischen als 'Fehler' bezeichnet." WELT 4.4.00
S. 1
"Die Ossis wurden nicht gefragt / Regierung Kohl beschloss 1990, Stasi-Akten über West-Politiker verschwinden zu lassen. Ex-DDR-Innenminister Diestel: 'Bin nie gefragt worden.' Der CDU-Politiker hegte schon damals 'Zweifel an der Loyalität' seiner westlichen Kollegen" taz 4.4.00 S. 7
"Der unschuldige Reißwolf / Berlins Innensenator Werthebach (CDU) bestreitet Vernichtung von Stasi-Akten" taz 4.4.00 S. 7
"Ost-West-Streit in der SPD über Verwendung der Stasi-Protokolle / Höppner: Keine Ausnahmeregelung für Kohl / Müntefering lehnt Veröffentlichung ab / Innenministerium bestätigt Aktenvernichtung" BerlZtg 4.4.00 S. 1
"'Gemäß Beschluss der Bundesregierung vernichtet worden' / Die Bundesregierung bestätigt, dass 1990 laut Beschluss des Kohl-Kabinetts Stasi-Akten vernichtet werden sollten, die Informationen über westliche Politiker enthielten. Eine gezielte Aktenbeschaffung aus dem MfS-Archiv soll es aber nicht gegeben haben." BerlZtg 4.4.00 S. 2
"Unterlagengesetz / Nicht der erste Streit um
Stasi-Akten in einem Untersuchungsausschuss
... Ohne diese Unterlagen, die fast immer personenbezogene
Daten enthalten, hätte es weder eine Enquetekommission des Bundestages,
noch einen U-Ausschuss 'DDR-Vermögen', noch etwa den U-Ausschuss des
bayerischen Landtages zu den West-Ost-Geschäften Schalk-Golodkowskis
gegeben. Wenn es dabei Beschwerden von Parlamentariern gab, dann meist
nicht darüber, dass sie zu viele, sondern dass sie von Gauck viel
zu wenige der rechtsstaatswidrigen Stasi-Akten erhalten hätten." BerlZtg
4.4.00 S. 2
"Stasi-Akten geschreddert - aber welche ? / Regierung bestätigt Vernichtung von Abhörprotokollen, die vor der Einheit in Bundesbesitz waren" MoPo 4.4.00 S. 2
"Stasi-Akten über West-Politiker vernichtet
Die Bundesregierung hat 1990 Akten der Staatssicherheit über
westdeutsche Politiker vernichtet. Das hat der Sprecher von Innenminister
Otto Schily, Rainer Lingenthal, am Montag in Berlin bestätigt. Bei
den Akten habe es sich um Dossiers gehandelt, die verschiedenen Medien
1990 zugespielt worden seien." Tsp 4.4.00 S. 1
Interview:
"Stasi-Akten vernichtet? / Peter-Michael Diestel"
ND 4.4.00 S. 5
Kommentar:
"Vom Umgang mit der Stasi
... Auch der Westen hat eben seine Ostvergangenheit. Sie
muss aufgearbeitet werden. Die Fehler der letzten zehn Jahre im Umgang
mit den Stasiakten freilich sollten vermieden werden. Quellenkritik
muss heilig sein. Publik darf zudem nur das werden, was von Personen der
Zeitgeschichte stammt, und auch für sie gilt die Würde des
Menschen." WELT 4.4.00 S. 10
Kommentar:
"Schieflage / Kohl und die Stasiakten
... Wie sich die Gesetzeslage jetzt darbietet, gibt es im deutschen
Rechtsstaat in punkto Datenschutz eine erhebliche Schieflage: Eltern dürfen
nicht in die Klassenbücher ihrer Kinder sehen, denn sie könnten
ja erfahren, dass der Nachbarsjunge ... eine Vier in Deutsch hat. Derselbe
Rechtsstaat lässt es zu, dass Abhörprotokolle eines überwundenen
Unrechtsstaats veröffentlicht werden können. Eine Novelle des
Stasiakten-Gesetzes wäre sinnvoll. Im Übrigen auch die Vernichtung
dann überflüssiger Stasiakten." MoPo 4.4.00 S. 4
Kommentar:
"Einsicht verlangt Einblick
... Natürlich gäbe es einen Weg, der schneller und
bequemer zum Ziel führte. Helmut Kohl hat es selbst in der Hand, seine
Affäre restlos aufzuklären. Damit würde nicht nur die Verwendung
der Stasi-Protokolle überflüssig. Der Respekt vor der Wahrheit,
den Kohl damit bezeugte, würde das Misstrauen verringern - wenn Sieger
Geschichte schreiben." BerlZtg 4.4.00 S. 4
"Die Wahrheit der Spitzel / Kohl und die Stasi
... Helmut Kohl setzt jetzt alles daran, für die Zukunft
alle weiteren Veröffentlichungen über ihn zu verhindern. Er droht
mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht: Was illegal beschafft
worden sei, dürfe nun nicht gegen einen verwendet werden. Damit entzieht
er sich der Notwendigkeit, sich mit dem Wahrheitsgehalt der Protokolle
auseinander zu setzen. Aber gerade darum geht es jetzt: Wo Andere Zusammenhänge
verdunkeln, kann im Einzelfall auch das Material eines verhassten Dienstes
zur Aufklärung verhelfen." Tsp 4.4.00 S. 1
"Werthebach: Das alles soll Kohl beschädigen / Berliner Innensenator bestreitet Vernichtung von Stasi-Akten" Tsp 4.4.00 S. 4
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"Polen braucht noch einen Gauck / Die Aufarbeitung der Sicherheitsakten leidet unter einem frühen Schlussstrich" WELT 4.4.00 S. 6
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"Telefonspionage an der Tagesordnung / Paris: Abhöraktionen keine Seltenheit - Mitterand hatte Spezialeinheit" WELT 4.4.00 S. 6
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"Verfassungsschützer warnen vor Rechtsextremismus
/ Bundesinnenminister Schily stellt heute Bericht vor / 'PDS fehlt es an
Bekenntnis zur Demokratie'
Die Verfassungsschützer warnen vor einer stark wachsenden
Zahl gewaltbereiter Rechtsextremisten in Ostdeutschland. Im Verfassungsschutzbericht
1999 heißt es, der 'anhaltende Zulauf' zur Szene der gewaltbereiten
Rechtsextremisten habe sich 1999 auch in einer steigenden Zahl von Gewalttaten
niedergeschlagen. Die meisten davon richteten sich erneut gegen Fremde." FAZ 4.4.00
S. 4
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"Datenschutz für alle / Die Rundfunkgebührenpflicht
ist in der Kritik. Forderung nach der Abschaffung der GEZ.
... Das bisherige Verfahren zur Erhebung der Gebühr
sei 'datenschutzrechtliche problematisch', so der niedersächsische Datenschutzbeauftragte,
Burckhard Nedden. ... Der derzeitige Datenbestand der GEZ komme einem
'Bundesmelderegister' gleich, sagte Nedden. Dies sei rechtlich unzulässig.
... Zudem werde die Suche der GEZ nach Schwarzsehern von vielen Bürgern
als 'Schnüffelei' empfunden. Einige Politiker hatten letzte Woche
eine steuerliche Abgabe statt der Gebührenpflicht gefordert.
ARD und ZDF sowie der Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder
sind dagegen." taz 4.4.00 S. 2
"Steuer statt Rundfunkgebühr?
... Das bisherige Verfahren zur Erhebung der Gebühr
sei datenschutzrechtlich in mehrfacher Hinsicht problematisch, kritisierte
der niedersächsische Datenschutzbeauftragte Burckhard Nedden am Montag
in Hannover. An Stelle der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) sollte
das Finanzamt eine 'allgemeine Abgabe' für die Nutzung von Rundfunkangeboten
erheben, forderte Nedden. Dies könne auch in Form einer Steuer geschehen." ND 4.4.00
S. 4
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"Börsenaufsicht geht gegen Cyber-Betrüger
vor / Web-Crawler durchkämmen das Internet nach faulen Finanztricks
Die amerikanische Aufsichtsbehörde beabsichtigt, ein
Überwachungssystem zu schaffen, mit dessen Hilfe das Internet auf
Verstöße gegen das Wertpapiergesetz durchforstet werden
kann. Geplant ist die Entwicklung einer Software, die Web-Sites nach verdächtigen
Schlüsselbegriffen durchsucht. ... Darüber hinaus sei es in Deutschland
problematisch, diese Art von Überwachungssoftware einzusetzen,
so die Sprecherin des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Helga
Schumacher. Zurzeit fehle es einer Behörde wie dem Bundesaufsichtsamt
für den Wertpapierhandel an der gesetzlichen Grundlage, die Entwicklung
einer solchen Software in Auftrag zu geben, mit der eine Überwachung
ermöglicht werde. Außerdem werfe der Einsatz einer derartigen
Software, die der Gefahrenabwehr oder sogar der Strafverfolgung diene,
bei Datenschützern die Frage der Verhältnismäßigkeit
auf. Es würden große Datenmengen gesammelt - auch von Personen
oder Unternehmen, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen. Die
könne man nicht einfach in Datenbanken herumliegen lassen." HB 4.4.00
S. 28
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"Wo ist das Handy? / Die Ortung von Mobilfunkgeräten
ist nicht einfach
... Entscheidenden Auftrieb hat die Lokalisierung mobiler Telefonierer
durch die Vorschrift der amerikanischen Kommunikationsbehörde Federal
Communication Commission bekommen, den Netzbetreibern vom 1. Oktober
2001 an in zwei Dritteln aller Fälle auf eine Zehntelmeile genau den
Ort eines Notrufs abfordern zu können." FAZ 4.4.00
S. T 6
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"Peilsender für Senile / Japaner wollen verwirrte
Personen per Satellit aufspüren
... Noch in diesem Jahr soll die Firma Mitsui kleine Peilsender
bei hilflosen Menschen testen, um diese bei einem ungeplanten Ausflug zuverlässig
und rasch wieder finden zu können. Über das erdumspannende Satellitennetz
des Global-Positioning-System (GPS) lässt sich der jeweilige Standort
bis auf etwa zehn Meter genau bestimmen. ... Denken die Japaner nur an
eine Positionsüberwachung, wollen australische Forscher die moderne Kommunikationstechnik
direkt zum Wohle der Gesundheit einsetzen. Damit gebrechliche Personen
möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben können,
können deren Körperfunktionen auch aus der Ferne kontrolliert
werden. Sensoren nehmen Pulsschlag, Blutdruck und Bewegungen auf. Diese
Lebenszeichen werden per Funk an einen Computer geschickt." WELT 4.4.00
S. 1
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"Vertrauen Sie der digitalen Signatur? / Wissenschaftler erarbeiten Memorandum zum Umgang mit elektronischer Unterschrift" WELT 4.4.00 S. 39
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LOKALES
Berlin:
"Pau kann sich an V-Mann nicht erinnern / Amt für Verfassungsschutz beauftragte Ex-Stasi-Mann" BerlZtg 4.4.00 S. 20
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"Neukölln: Neue Konzepte gegen Gewalt im
Sozialamt / Stadtrat will mit Umbauten und Videokameras Mitarbeiter vor
Angriffen schützen - Sprechstunden sollen abgeschafft werden
... Das Sozialamt Neukölln genießt einen zweifelhaften
Ruf. Es ist nicht nur Deutschlands größtes Sozialamt, sondern
auch eines der gefährlichsten. ... Das Bezirksamt prüft, ob und
wie Kameras installiert werden können und muss den Bezirksverordneten
bis Mitte Juni Bericht erstatten. Doch selbst wenn die Kameras hängen,
dürfen die Bilder nicht ausgewertet werden - Datenschutz. Deshalb
plant das Abgeordnetenhaus eine Gesetzesänderung." MoPo 4.4.00
S. 30
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Brandenburg:
"Verfassungsschutz will besser mit Berlin kooperieren" ND 4.4.00 S. 20
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