[Weitere Ausgaben]
[Zur Suche über alle bisherigen Ausgaben]
[Überblick über sonstige Veröffentlichungen
zum Datenschutz] [Abkürzungen der ausgewerteten
Tageszeitungen]
*
"Aktenvernichtung verheimlicht / Regierung Kohl gab Beseitigung von Stasi-Dokumenten erst nachträglich zu" FR 5.4.00 S. 1
"SPD-Politiker für Verwendung der Stasi-Unterlagen / Wiefelspütz: Ausschuss soll Weigerung überdenken / Höppner: Kohl nicht anders behandeln als Ostdeutsche" FAZ 5.4.00 S. 1
Interview:
"'... um diese Republik in die Luft zu sprengen'
- Der letzte DDR-Innenminister, Peter-Michael Diestel, über
die Brisanz der Stasi-Akten und seine Schlüsselstellung bei der Auflösung
des Ministeriums für Staatssicherheit
- Legal? Illegal? Nötig? Heftiger Streit um Stasi-Akten
in Spendenaffäre" MoPo 5.4.00 S. 6
"CDU streitet über Verwendung von Stasi-Protokollen / Innenausschuss-Mitglieder äußern entgegengesetzte Ansichten - Scharfe Kritik und Lob für die Gauck-Behörde" WELT 5.4.00 S. 4
"Gauck für Auswertung der Stasi-Akten / SPD-Politiker
uneins über Verwendung der Abhörprotokolle gegenüber Altkanzler Kohl
... Gestern wurde klar, dass der Bundesbeauftragte für
den Datenschutz und die Gauck-Behörde rechtlich völlig unterschiedliche
Meinungen haben. ... Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz,
Joachim Jacob, begründete seine Ablehnung einer Verwertung damit,
dass Stasi-Abhörprotokolle illegal entstandene Unterlagen seien, die
nach den Grundsätzen des Rechtsstaates gar nicht hätten entstehen
dürfen. 'Sie dürfen jetzt nicht zum Nachteil der Opfer dieser
Praktiken genutzt werden', heißt es in der Erklärung Jacobs."
HB 5.4.00 S. 3
"Gauck: Stasi-Protokolle auswerten / Datenschützer
widerspricht / SPD im Streit um Nutzung von Abhöraktion uneins
Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Akten, Joachim
Gauck, ist dafür, das Archiv seiner Behörde zur Aufklärung
der CDU-Spendenaffäre zu nutzen. Er würde die Stasi-Dokumente
zu Abhöraktionen gegen West-Politiker auf Anforderung der Justiz und
des Untersuchungsausschusses des Bundestages herausgeben, sagte Gauck
der 'Süddeutschen Zeitung'. ... Der Bundesbeauftragte für
den Datenschutz, Joachim Jacob, sprach sich allerdings gegen eine Verwendung
der Abhörprotokolle aus. Jacob sagte, nach dem Stasi-Unterlagengesetz
dürften Ausschüsse die Dokumente des DDR-Geheimdienstes nur dann
verwenden, wenn der jeweilige Untersuchungsauftrag im Zusammenhang mit
der Stasi stehe. ... 'Der Untersuchungsausschuss zur Spendenaffäre
hat einen völlig anderen Auftrag', betonte er." Tsp 5.4.00 S.
6
"Jacob kontra Gauck / Datenschützer gegen Auswertung der Stasi-Protokolle für CDU-Affäre, Gauck-Behörde will damit aufklären" taz 5.4.00 S. 2
"CDU-Spendenaffäre: Gauck für Auswertung
der Stasi-Akten
... Unterdessen sagte der letzte DDR-Innenminister, Peter-Michael
Diestel, der Berliner Morgenpost, die Funkaufklärung der Stasi habe
über Jahre hinweg den gesamten bundesdeutschen Funkverkehr - einschließlich
der Telefonate - praktisch lückenlos abgehört. Während seiner Amtszeit
habe er Bundeskanzler Kohl und Innenminister Schäuble informiert: 'Ich
habe ihnen gesagt, das Material reicht aus, um diese Republik in die Luft
zu sprengen.' Vor Gericht oder einem Untersuchungssausschuss sähe
er sich gezwungen, sein Detailwissen preiszugeben." MoPo 5.4.00 S.
1
Kommentar:
"Reißwolf, Museum, Archiv / Was tun mit den
Akten der Stasi?
... Ohnehin stellt sich noch in diesem Jahr die Frage nach neuen
Weichenstellungen bei der Gauck-Behörde. Der Namenspatron wird bald
sein Amt abgeben. ... Viele ihrer Aufgaben sind weitgehend erledigt. Was
bleibt, ist eine Dokumentationspflicht für die Nachwelt, für
die beileibe nicht jedes Blatt aufbewahrt zu werden braucht. Selbstverständlich
muss die Behörde weiter für die Opfer da sein. Aber auch eine
abgespeckte Stasiakten-Behörde kann diesen Zweck erfüllen."
MoPo 5.4.00 S. 4
*
"USA übergaben Teil der Stasi-Akten ans Kanzleramt" WELT 5.4.00 S. 4
"CIA übergibt Stasi-Agentenkartei / ARD spricht
von gefilterter Version
Der US-Geheimdienst CIA hat nach Informationen der ARD nach
jahrelangem Tauziehen den ersten Teil der Stasi-Agentenkartei der Bundesregierung
in Berlin übergeben. Bereits am Wochenende sei eine CD-Rom mit Daten
im Bundeskanzleramt abgeliefert worden, berichteten die 'Tagesthemen' am
Dienstagabend. Demnach sollen rund 1000 weitere CD-Roms in den kommenden
zwei Jahren folgen. ... Nach Informationen der ARD liefert die CIA nicht
den vollen Datensatz, sondern nur eine gefilterte Version. Der Bundesbeauftragte
für Stasiunterlagen, Joachim Gauck, bekräftigte den Anspruch
seiner Behörde auf die Überlassung der Akten. ... Zudem
soll auch das Bundesamt für Verfassungsschutz Einblick in die Stasi-Agentenkartei
erhalten." Tsp 5.4.00 S. 4
*
"Die PDS will den Verfassungsschutz abschaffen / Partei empört über Kritik der Behörde / Schily warnt vor Rechtsextremisten" MoPo 5.4.00 S. 2
"Schily: Rechtsextreme zunehmend gewaltbereit / Bericht des Verfassungsschutzes vorgelegt" BerlZtg 5.4.00 S. 1
Kommentar:
"Wozu gibt es den Verfassungsschutz?"
BerlZtg 5.4.00 S. 4
*
"Bericht des polnischen Geheimdienstes gelangt ins Internet / Versehentlich veröffentlicht / Behörde befürchtet 'Propaganda-Offensive aus Deutschland für die Autonomie Schlesiens'" SZ 5.4.00 S. 9
*
"Manager können gegen Entgelt durchleuchtet
werden / Staatspolizei liefert Informationen über Bewerber - Betriebe
zahlen
Wien. Die österreichische Staatspolizei wird
künftig ein lukratives Nebengeschäft betreiben können. Nach
einem neuen Erlass des Innenministers Ernst Strasser von der konservativen
Volkspartei (ÖVP) dürfen künftig nicht nur Spitzenbeamte,
sondern auch Führungskräfte der Privatwirtschaft einer 'Sicherheitsüberprüfung'
unterzogen werden, wenn sie Zugang zu vertraulichen Informationen haben.
Der Erlass tritt am 1. Mai in Kraft. ... Die Überprüfungen
sind laut Darstellung im 'Standard' nur mit Einwilligung des Betroffenen
möglich. ... Fragen zu Parteizugehörigkeit oder Sexualverhalten
sind laut 'Standard' nicht erlaubt. Für Exekutivbeamte in Österreich
war die Überprüfung durch die Staatspolizei ohnehin bereits gängige
Praxis. Jetzt sollen Spitzenkräfte in Ministerien und Gemeinden dazukommen,
soweit sie Zugang zu vertraulichen Informationen haben." Tsp 5.4.00
s. 9
*
"Bill Gates' Marsch durch die Instanzen / Die US-Justiz hat den größten Software-Konzern der Welt, Microsoft, wegen 'räuberischen Geschäftsverhaltens' und Verstößen gegen das Kartellrecht verurteilt. Das Strafmaß ist noch nicht bestimmt, im härtesten Fall wird das Gates-Imperium zerschlagen." BerlZtg 5.4.00 S. 2
"Bill Gates spielt auf Zeit / Die Vereinigten
Staaten von Amerika gegen Microsoft / Schuldig. Microsoft halte einen 'tyrannischen
Daumen auf der Waage des Wettbewerbs', entschied der Richter. Das
bleibt nicht das letzte Wort
Weil der US-Softwarekonzern Microsoft sein Betriebssystem Windows
nicht mit Programmen anderer Hersteller zusammenarbeiten lassen will, ist
er vom Staat wegen wettbewerbswidrigen Geschäftsgebarens verklagt
worden. Die gestrige Niederlage des Konzerns ist zwar bitter, aber
noch nicht endgültig" taz 5.4.00 S. 3
"Bill Gates gibt nicht nach / Berufung gegen Strafmaßnahmen angekündigt / Nach Microsoft-Urteil gerät Nasdaq unter Druck" Tsp 5.4.00 S. 19
Interview:
"'Wir haben extreme Zugeständnisse gemacht' /
Interview mit Richard Roy, Vorsitzender der Geschäftsführung
von Microsoft Deutschland" SZ 5.4.00 S. 23
*
"Medienexperte für Bürgerabgabe statt
Rundfunkgebühr
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte nach Ansicht
des CDU-Medienexperten Günter Oettinger von 2005 an durch eine
allgemeine Abgabe finanziert werden. Statt der bisher auf Empfangsgeräte
bezogenen Rundfunkgebühr sollten alle Erwachsenen eine Abgabe
bezahlen, sagte der Vorsitzende des CDU-Bundesfachausschusses Medienpolitik.
... Eine Rundfunkfinanzierung aus Steuergeldern lehnte er ab. Dagegen
spreche die grundsätzliche Staatsferne der öffentlich-rechtlichen
Sender. ... Eine allgemeine Abgabe hätte den Vorteil, dass der
Verwaltungsaufwand zur Erhebung der Rundfunkgebühr durch die Gebühreneinzugszentrale
(GEZ) wegfalle. Die Zahl der Schwarzseher und -hörer würde gegen
Null gehen, weil die Abgabe auf Grundlage der Melderegister erhoben
würde." FAZ 5.4.00 S. 29
*
LOKALES
Berlin:
"Wenn Senatoren zum Hörer griffen, lauschte die Stasi mit / Auch Verfassungsschutz-Intrige auf Band / Akten-Verbleib unklar" Tsp 5.4.00 S. 11
*
"Die schöne neue Welt im Berliner TV-Kabelnetz
... Wenn die Arbeiten im August abgeschlossen sind, können
680 000 der insgesamt 1,3 Millionen Berliner Kabel-Haushalte über
dieses Netz nicht nur zwölf weitere analoge TV-Programme empfangen,
sondern auch telefonieren, Online-Dienste nutzen und sich Videos auf Abruf
überspielen lassen. Hauseigentümer können über das
Hightech-Netz außerdem Sicherheitsanlagen überwachen lassen,
einen Kanal zur Mieterinformation anbieten und sogar Strom-, Heizungs-
und Wasserverbrauch ablesen." MoPo 5.4.00 S. 1
*
"Der Ortskommandant / Mit seiner Biografie als Stasi-Spitzel verschaffte sich Günter Sch.(...) zugang zum radikalen Umfeld der PDS - im Auftrag des Berliner Landesamtes für Verfassungsschutz" taz 5.4.00 S. 21
"V-Mann tauchte noch in diesem Jahr in der linken
Szene auf / Innensenator Werthebach regelt Zuständigkeit für
Geheimdienst neu
... Innensenator Eckart Werthebach, der das Landesamt auflösen
will, weil der Fall 'Förster' durchsickerte, hat unterdessen erste
Schritte zur Reorganisation des Dienstes unternommen. Künftig wird
unter den Staatssekretären nicht mehr Rüdiger Jakesch
für den Verfassungsschutz zuständig sein, sondern Mathilde Koller.
Koller war früher Verfassungsschutz-Chefin von Sachsen." Tsp
5.4.00 S. 14
*
"Mit Hightech gegen den Ladendieb / Einzelhandel
sagt 'Volkssport Klauen' den Kampf an / 140 Millionen Mark Schaden
... Die großen Fachmärkte schlagen nun zurück:
Bundesweit haben sich sieben Branchen, darunter Gartencenter, Zoofachgeschäfte,
Drogerie- und Baumärkte, zur Anti-Klau-Allianz 'Securi-Club'
zusammengeschlossen. Mit Hightech und Detektiven sagen ihre Mitglieder
den Dieben den Kampf an. ... In den Großmärkten gibt es wenig
Personal, da muss Technik aushelfen. Videokameras mit 360-Grad-Zoomfunktion,
deren Objektive dem Kunden bis ins Portemonnaie gucken können, 'intelligente'
Sicherheitsstreifen, die in die Verpackungen eingearbeitet sind und Alarm
auslösen, sobald ein Dieb damit eine elektronische Sperre durchquert,
sowie Kartons, aus denen man die Produkte nicht mehr ohne weiteres herausnehmen
kann, gehören zum Rüstzeug. ... Sicherheitsfachmann Kohl fordert
sogar ein zentrale Register für Ladendiebe. Jugendliche und Hausfrauen
ließen sich schon durch Videokameras abschrecken, sagte Kohl. Auch
Hinweisschilder auf die Videoüberwachung seien sinnvoll, aber fast
nirgends zu finden. Diese fordert auch der Datenschutz." Tsp
5.4.00 S. 11
"'Wir haben die Lizenz zum Stehlen' / Im Kampf gegen Langfinger beauftragen Kaufhäuser Testdiebe, um Sicherheitslücken zu schließen" Tsp 5.4.00 S. 11
*
Brandenburg:
"Oranienburg: Überwachung von Schulbussen
per Video gestartet / Die Sicherheit soll dadurch erhöht werden
Der zweite Modellversuch zur Videoüberwachung von
Schulbussen in Brandenburg wird am heutigen Mittwoch in Oranienburg gestartet.
... Der mit vier Kameras ausgestattete Bus wede vor allem auf der
Linie 800 zwischen Oranienburg und Flatow verkehren. Im Kreis Oberhavel
nutzen laut Michel täglich über 6 000 Kinder die Busse, um zur
Schule oder wieder nach Hause zu fahren. ... 'Der Busfahrer hat uns gesagt,
dass sich die Schüler merklich ruhiger verhalten', sagte EPNV-Geschäftsführer
Walter Dudek. 'Man muss jetzt aber abwarten, wie es ist, wenn sich
die Kinder an die Kameras gewöhnt haben.' ... Zunächst soll laut
Dudek ein Jahr lang der Einsatz der Videoüberwachung getestet werden,
bevor möglicherweise noch weitere Busse mit Kameras ausgestattet werden."
BerlZtg 5.4.00 S. 29
"Auch Busse in Oranienburg videoüberwacht" MoPo 5.4.00 S. 38
*