[Weitere Ausgaben]
[Zur Suche über alle bisherigen Ausgaben]
[Überblick über sonstige Veröffentlichungen
zum Datenschutz] [Abkürzungen der ausgewerteten
Tageszeitungen]
*
"Streit um Stasi-Abhörprotokolle / Innnenausschuss
lädt Gauck und Jacob vor - FDP fordert Akten-Moratorium
Soll der Untersuchungssausschuss zur Aufklärung des CDU-Finanzskandals
Akten des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit auswerten? Zur
Klärung dieser brisanten Frage hat der Innenausschuss des Bundestages
die Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen bzw. für
Datenschutz, Joachim Gauck und Joachim Jacob, eingeladen. Beide
sollen dem Gremium kommenden Mittwoch ihre Haltung erläutern. Gauck
ist für die Nutzung von Stasi-Erkenntnissen, Jacob dagegen. Konkret
geht es um Stasi-Abhörprotokolle über West-Politiker." MoPo
6.4.00 S. 5
"Halb aufgearbeitete Geschichten / Beim Umgang
mit Stasi-Akten waren westdeutsche Politiker nie zimperlich - solange sie
nicht selbst darin vorkamen
Darf der Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der CDU-Finanzaffäre
auf Abhörprotokolle der Stasi zurückgreifen? Das Gesetz lässt
diese Möglichkeit zu, und die bisher veröffentlichten Auszüge
aus Lausch-Protokollen versprechen Aufschlussreiches. Doch die Empörung
ist groß - vor allem im Westen" taz 6.4.00 S. 6
"Positionen: Kein Stasi-Material für den Untersuchungsausschuss / Die Telefonabhör-Protokolle sind illegal entstanden und können deshalb nicht als Beweismittel dienen / Von Rupert Scholz" Tsp 6.4.00 S. 10
"Zum Schutz der Stasi-Opfer / In Kiel durften illegale Abhörprotokolle nicht vom Untersuchungsausschuss ausgewertet werden" FAZ 6.4.00 S. 16
"'Keine Nacht- und Nebelaktion' / Diskret, aber nicht völlig geheim - SPD-Politiker dämpft Aufregung um Stasiakten-Vernichtung durch Regierung Kohl" Tsp 6.4.00 S. 5
"Protokoll widerlegt Werthebach / CDU-Politiker forderte 1990 Vernichtung von Stasi-Akten" BerlZtg 6.4.00 S. 6
"Weiter Streit über Stasi-Abhörprotokolle" SZ 6.4.00 S. 5
"Aktenvernichtung / Vogel erinnert sich nicht
an Anruf Kohls
Der frühere SPD-Vorsitzende und Fraktionsvorsitzende im
Bunestag Hans-Jochen Vogel hat keine Erinnerung daran, dass ihn Bundeskanzler Helmut
Kohl (CDU) im Sommer 1990 angerufen haben soll, um über eine mögliche
Vernichtung von bereits im Westen lagernden Stasi-Akten zu sprechen."
FR 6.4.00 S. 4
*
"CIA übergibt erste Agentenkartei der Stasi
/ Gauck-Behörde bekräftigt Anspruch auf Verwaltung der Unterlagen
/ HVA-Material nicht komplett
... Die Gauck-Behörde bekräftigte am Mittwoch
ihren Anspruch auf das Material. 'Das Stasi-Unterlagengesetz regelt eindeutig,
dass die Verfügung und Kontrolle über die Datensätze in
unserer Behörde liegen muss', sagte Gaucks Sprecher Johann Legner
dieser Zeitung. ... Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye stellte vor
der Presse in Berlin jedoch klar, dass dies noch nicht abschließend
geregelt sei. Erst müssten die Daten ausgewertet werden, dann werde
man über den endgültigen Verbleib entscheiden, sagte Heye. Gesichtet
werden die CD-Roms in den nächsten zwei Jahren von einer Arbeitsgruppe
unter Leitung des Bundesinnenministers. Mit dabei sein werden auch Vertreter
der Gauck-Behörde und des Verfassungsschutzes." BerlZtg
6.4.00 S. 6
"Die Stasi-Akten der CIA bleiben unter Verschluss
Mehr als zwei Jahre kann es dauern, bis die jetzt von den USA
freigegebenen so genannten Rosenholz-Akten der DDR-Auslandsspionage in
der Gauck-Behörde aufgearbeitet werden können." WELT 6.4.00
S. 2
"Scheibchenweise Klarheit / Auf einer CD-Rom erhielt das Kanzleramt ersten Teil der Stasi-Kartei 'Rosenholz' / Material von US-Agenten in Moskau gekauft" SZ 6.4.00 S. 5
"Geheimdienste / CIA gibt Berlin DDR-Agentenkartei zurück" FR 6.4.00 S. 4
*
"Liste mit Policen von Nazi-Opfern im Internet" Tsp 6.4.00 S. 9
*
"Geldanlage / Annäherung im Streit um
EU-Zinssteuer / Bankgeheimnis in Europa könnte in zehn Jahren fallen
... Nach Informationen der 'Berliner Zeitung' ist die Londoner
Regierung neuerdings dazu bereit, die EU-Quellensteuer auf Zinserträge
für einen Übergangszeitraum von fünf bis zehn Jahren zu
akzeptieren. Bedingung der Briten sei allerdings, dass nach der Ablauf
dieser Frist in der gesamten Europäischen Union (EU) Kontrollmitteilungen
über Bankkonten an die Finanzämter ermöglicht würden,
hieß es am Mittwoch in Regierungskreisen in Berlin. Das bedeutet,
dass Deutschland das Bankgeheimnis abschaffen müsste. Die Bundesregierung
ist damit den Angaben zufolge einverstanden." BerlZtg 6.4.00
S. 1
*
"Debatte über europäischen Grundrechts-Katalog
/ Verbände wollen Bestimmungen zur Informationstechnologie aufnehmen
/ Europarat dagegen
... Der Deutsche Gewerkschaftsbund plädierte dafür,
die klassischen Grundrechte auf Leben und Privatsphäre zu konkretisieren,
die durch neue Entwicklungen insbesondere in der Kommunikations-, Informations-
und Biotechnologie gefährdet seien." FAZ 6.4.00 S. 6
*
"Das Handy zeigt den Weg auch ohne Satelliten
/ Berliner IVU Traffic Technologies testet orts- und personenbezogene
Mobilitätsdienste
Das Mobilfunktelefon ist nicht nur zum Telefonieren da.
Dank seiner Einbindung in die Zellenstruktur der Mobilfunknetze kann es
der Ortung und Navigation auch ohne Satellitenpeilung dienen. Vor
allem Flottendienste wie Taxen oder Speditionen können davon profitieren.
... Die Genauigkeit liegt bei der Grobortungsstufe zwischen etwa 500 Metern
und mehreren Kilometern. Das hängt von der Größe und Dichte
der Mobilfunkzellen ab. In Ballungsräumen sind diese dichter, in ländlichen
Gebieten weiter." HB 6.4.00 S. 29
*
LOKALES
Nordrhein-Westfalen:
"Neues Datenschutzgesetz kommt / Nordrhein-Westfalens
rot-grüne Koalition hat sich geeinigt
... Das Gesetz, das kommende Woche in der letzten Sitzung des
Landtags vor der Wahl am 14. Mai verabschiedet werden soll, berechtigt
die Landesdatenbeauftragte zukünftig, nicht nur in öffentlichen,
sondern auch in privaten Einrichtungen wie Banken oder Arztpraxen
über den Datenschutz zu wachen. ... Das neue Gesetz ermöglicht
in sehr eng gefassten Grenzen auch die Video-Überwachung an sogenannten
'Kriminalitätsbrennpunkten'. Den 'Überwachungsfantasien einiger
konservativer Bürgemeister' sei aber eine klare Absage erteilt
worden, lobte der grüne Fraktionsvorsitzende Roland Appel am
Mittwoch die Einigung mit der SPD. Die Videoüberwachung beschränke
sich strikt auf das Hausrecht, etwa zum Beispiel besonders gefährdete
Gebäude oder Geldautomaten." FR 6.4.00 S. 4
*
Berlin:
"Überwachter Überwacher / Der enttarnte Verfassungsschutzagent Sch.(...) bewegte sich im Umfeld von sechs Abgeordneten der PDS. Darunter auch Gernot Klemm, der für die Demokratischen Sozialisten im Parlament den Verfassungsschutz kontrolliert" taz 6.4.00 S. 19
"Die ganze Wahrheit / Wie die Stasi West-Berlin abhörte und warum Mielkes Erbe nicht nur eine Sache des Ostens ist" SZ 6.4.00 S. 10
"Leben und Werden eines V-Manns / PDS beklagt Beobachtung durch den Berliner Verfassungsschutz" FAZ 6.4.00 S. 4
"Debatte über Verfassungsschutz / PDS und Grüne verlangen komplette Auflösung" BerlZtg 6.4.00 S. 27
*