[Weitere Ausgaben]
[Zur Suche über alle bisherigen Ausgaben]
[Überblick über sonstige Veröffentlichungen
zum Datenschutz] [Abkürzungen der ausgewerteten
Tageszeitungen]
*
"Datenschützer werfen Schufa gesetzwidriges
Verhalten vor / Wer Auskunft über seine Schufa-Daten will, verliert
an Kreditwürdigkeit
Jeder hat das Recht, von der Schufa Angaben über die gespeicherten
Daten zu verlangen. Wer dieses Recht jedoch ausübt, rutscht in der
Kreditwürdigkeits-Skala nach unten. Datenschützer halten diese
Praxis für einen klaren Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz.
... In einem Schreiben an die Bundesvereinigung der Schufa vom
24. Februar 2000, das dem Handelsblatt vorliegt, bezeichnet Jacob diese
Praxis als 'nicht hinnehmbare Einschränkung des Persönlichkeitsrechts'.
Jedermann habe nach dem Bundesdatenschutzgesetz das Recht, über
seine bei der Schufa gespeicherten Daten Auskunft zu verlangen. Niemand
dürfe allein für die Inanspruchnahme dieses Rechts sanktioniert
werden. Jacobs Kritik gilt dem so genannten Score-Verfahren: Die 53 Millionen
Menschen, deren Daten die Schufa gespeichert hat, werden in Gruppen eingeteilt.
Ziel der Übung: Man will die Wahrscheinlichkeit einschätzen,
mit der ein bisher guter Kunde plötzlich in Zahlungsschwierigkeiten
kommen kann. ... Wulf Bach, Geschäftsführer der Bundes-Schufa,
hält die Mahnungen des Datenschutzbeauftragten für unberechtigt.
In seinem Antwortschreiben legt er die Gründe für die umstrittene
Praxis dar: Eigenauskünfte würden erfahrungsgemäß
überwiegend zu wirtschaftlichen Zwecken eingeholt - als eine 'Art
wirtschaftliches Führungszeugnis' beim Umzug gegenüber dem neuen
Vermieter oder beim Jobwechsel gegenüber dem neuen Arbeitgeber. 'Jedem
Mitarbeiter von Kreditgebern aber ist seit langem bekannt, dass die Anzahl
der Arbeitsstellenwechsel sowie die Zahl der Umzüge zu den höchsten
Risikokriterien überhaupt gehören', heißt es in dem Schreiben,
das dem Handelsblatt ebenfalls vorliegt. ... Auf Nachfrage des Handelsblatts
war bei der Bundes-Schufa niemand zu einer weiter gehenden Stellungnahme
bereit." HB 16.5.00 S. 8
*
"Die Wirtschaft soll vor Hackern geschützt
werden / Minister Müller warnt vor neuer Internet-Kriminalität
/ Banken: Das Signaturgesetz nachbessern
... Der Bundesverband Deutscher Banken forderte die Bundesregierung
zum Handeln auf. Der Schlüssel für sicheren elektronischen
Handel (E-Commerce) liege in der digitalen Signatur, der elektronischen
Unterschrift. Die im November vergangenen Jahres von der Europäischen
Union verabschiedete Richtlinie habe hierfür die entsprechende Vorgabe
gemacht. 'Die Bundesregierung ist jetzt gefordert, diese Richtlinie
zügig in deutsches Recht umzusetzen, damit ein sicheres und marktgerechtes
Verfahren für elektronisch abgeschlossene Verträge eingeführt
werden kann', sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer
des Bundesverbandes, Wolfgang Arnold. 'Das deutsche Signaturgesetz
von 1997 muss nachgebessert und die digitale Signatur, sofern sie den EU-Anforderungen
genügt, handschriftlichen Unterschriften gleichgestellt werden.'"
FAZ 16.5.00 S. 17
*
"Frankreich lehnt Cyber-Polizei ab / Differenzen beim G8-Treffen über Vorgehen gegen Internetkriminalität" BerlZtg 16.5.00 S. 18
Kommentar:
"Der falsche Ruf nach Cybercops / Politiker und Strafverfolger
sollten die Computer-Kriminalität nicht zur Panikmache missbrauchen"
SZ 16.5.00 S. 4
*
LOKALES
Berlin:
"Kameras sollen Pariser Platz überwachen / Diepgen: US-Botschaft könnte so beschützt werden" BerlZtg 16.5.00 S. 21
*
Brandenburg:
"SPD erwägt Ja zur Videoüberwachung
/ Kehrtwende: 'Sicherheit steht an erster Stelle'
... Gestern signalisierte Fraktionschef Gunter Fritsch Bereitschaft,
die ablehnende Haltung gegenüber den von Innenminister Jörg Schönbohm
(CDU) angekündigten Maßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung
zu überdenken. ... Heute will sich die Fraktion mit diesem Thema beschäftigen.
... Bislang lehnte die SPD das überwachende Kameraauge unter
Hinweis auf die DDR-Vergangenheit strikt ab. ... Geplant seien landesweit
15 Standorte wie Bahnhofsvorplätze oder Unterführungen, an denen
nach Erfahrung der Polizei illegale Zigarettenhändler, Rauschgiftdealer,
Taschen- oder Trickdiebe ihren dunklen Geschäften nachgehen." MoPo
16.5.00 S. 31
"SPD lenkt bei Videoüberwachung ein / Fraktionschef will Plänen Schönbohms zustimmen" BerlZtg 16.5.00 S. 28
"SPD-Fraktion freundet sich mit der Videoüberwachung an" WELT 16.5.00 S. 46
*