Privacy Magazine - Hauptseite Das Privacy Magazine "prima" wird vom Berliner Beauftragten für Datenschutz und Akteneinsicht zusammengestellt und herausgegeben. Die regelmäßigen - an Wochentagen täglichen - Ausgaben enthalten eine Übersicht von ausgewählten Berichten der Berliner und überregionalen Presse.

 

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Ausgabe vom 6./7. Mai 2000

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"Im Viren-Krieg sind die Angreifer um Längen voraus / 'I love you' verursachte offenbar größere Schäden als Melissa / US-Konzern Microsoft erneut in Erklärungsnot
... Ein Microsoft-Sprecher in den USA wies die Kritik an den 'aktiven Inhalten' in Microsoft-Programmen zurück, die für die Virenattacke missbraucht wurden: 'Wir haben die Scripttechnologie in unsere Produkte eingebaut, weil unsere Kunden uns aufgefordert haben, dies so zu tun.' ... Der Karlsruher Virenexperte Christoph Fischer beschuldigte Microsoft, 'nur aus Marketinggründen' darauf zu verzichten, die vorhandenen Sicherheitsfunktionen bei der Auslieferung auch zu aktivieren, da strenge Sicherheitseinstellungen Nachfragen der Kunden verursachten. 'Ein Otto-Normal-Anwender ist total überfordert, wenn er selbst eine angemessene Einstellung der Sicherheitsfunktionen vornehmen soll.'" FR 6.5.00 S. 7

"Regierung fordert Schutz vor Computerviren / 'Liebesbrief'-Programm legt Behörden und Firmen lahm / Bundesinnenministerium: Unternehmen zu sorglos im Umgang mit E-Mails / Weltweit Milliardenschäden befürchtet" SZ 6./7.5.00 S. 1

"Die Angst vor den Computer-Viren / Milliardenschäden weltweit - neue Angreifer schon aktiv" MoPo 6.5.00 S. 1

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"Innenminister setzen sich für Videoüberwachung ein / 'Geeignete Mittel zum Schutz der Bürger vor Straftaten' / Die Technik soll aber 'stets offen' eingesetzt werden / Konferenz beschließt schärferes Vorgehen gegen Kampfhunde" SZ 6./7.5.00 S. 5

"Videoüberwachung soll Kriminalität eindämmen / Innenminister einig über stärkere Kontrollen von 'Brennpunkten' / Alkoholverbot in Stadien soll verschärft werden" Tsp 6.5.00 S. 4

"Der Staat mit den Millionen Argusaugen / Videoüberwachung: Wo endet die Prävention, wo beginnt der Überwachungsstaat?
... Der Schritt zum Missbrauch ist klein: Wer kontrolliert, was mit den Datenmassen geschieht? Und schließlich: Was bringt es, wenn immer mehr Polizei vor den Schirmen hockt? Was bringt es, wenn sie eine Straftat beobachtet, aber nicht eingreifen kann, weil kein Beamter in der Nähe ist? Polizeipräsenz ist wichtig, nicht Kamerapräsenz. Die Kameraüberwachung ist im Übrigen Indiz für einseitige Konzentration auf bestimmte Formen von Kriminalität. Die Wirtschaftskriminellen, die Großbetrüger und Geldwäscher, erblickt man auf diese Weise nicht. Dafür verdienen die vielleicht an der neuen Überwachungstechnik." SZ 6./.7.5.00 S. 4

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Berlin:

"Schlamperei im Amt: Schon ist der Virus drin / Datenschützer: Behörden missachten Empfehlungen
Auch gestern noch kämpften Computerexperten in Berliner Verwaltungen gegen den weltweit per Internet verbreiteten Virus 'I love you'. Bis mittags konnte niemand E-Mails empfangen oder senden, danach blieb der elektronische Nachrichtenaustausch stark eingeschränkt. ... Der Datenschutzbeauftragte empfiehlt seit langem eine 'separate Anbindung' ans Internet: Rechner mit Zugang zum öffentlichen Netz sollten nicht an das senatseigene Netzwerk gekoppelt sein. 'Aber nicht jeder steht gerne auf, um an einen zweiten Rechner zu gehen', sagte Referentin Ursula Meyer zu Natrup von der Datenschutz-Behörde. Man plädiere zudem für ständige Aktualisierungen von Virenschutzprogrammen und für Schulungen der Mitarbeiter. 'Unsere Maximalforderungen werden oft als zu überdimensioniert hingestellt', bedauert die Expertin. Immerhin habe sich das Problembewusstsein 'stark verbessert'." Tsp 6.5.00 S. 11

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Brandenburg:

"Weiter Streit um Kameraüberwachung in Brandenburg
In Brandenburgs Regierungskoalition ist der Streit um die geplante Videoüberwachung öffentlicher Plätze in voller Schärfe entbrannt: Zwar betonte SPD-Landeschef Steffen Reiche am Freitag, dass die Empfehlung der Innenministerkonferenz auch für Brandenburg 'solide geprüft' werden müsse. ... Durch Videoüberwachung würde Kriminalität nur verdrängt, sagte Reiche. Dagegen warnte Schönbohm den Koalitionspartner, die Pläne 'ohne Sachkenntnis' allein aus 'ideologischer Borniertheit' zu torpedieren." Tsp 6.5.00 S. 18

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