[Weitere Ausgaben]
[Zur Suche über alle bisherigen Ausgaben]
[Überblick über sonstige Veröffentlichungen
zum Datenschutz] [Abkürzungen der ausgewerteten
Tageszeitungen]
*
"Bundesamt: Microsoft-Produkte virenanfällig
/ 'I-Love-you'-Virus befällt auch Bundesregierung - Europarat will
den Besitz von Hacker-Software kriminalisieren
Auch bei der Bundesregierung hat der 'Love-Bug' zugeschlagen
- allerdings offenbar ohne größere Schäden anzurichten.
Mit schuld an der Verbreitung des Virus sind nach Ansicht des Bundesamts
für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die offenen Flanken
der Microsoft-Produkte Windows und Outlook. ... Microsoft sollte endlich
etwas gegen Schwächen seines Betriebssystems Windows sowie seines Mailprogramms
Outlook unternehmen, forderte am Freitag der beim Bundesamt für Virus-Abwehr
zuständige Experte Frank Felzmann. Microsoft-Sprecher Bernhard
Grander entgegnete, Windows und Outlook seien nur deshalb als Angriffsziele
gewählt worden, weil sie die populärsten Programme auf dem Markt
seien. 'Der Virus hätte im Prinzip auch für andere Programme
geschrieben werden können.'" HB 8.5.00 S. 27
"Viren wie der 'Liebeswurm' fügen Microsoft
mehr Schaden zu als das Kartellverfahren / Vorbeugung gegen solche
Epidemien ist bisher nicht möglich / Schaden wird auf mindestens 2,6
Milliarden Dollar geschätzt
... Kaum war in der vergangenen Woche die Virusepidemie ausgebrochen,
wurde Kritik an Microsoft laut. Der Liebeswurm griff nämlich in das
'Microsoft Scripting' ein. Mit diesem Softwaremodul lassen sich kleine
Programme herstellen, die unter dem Betriebssystem Windows für die
Ausführung verschiedener Anwendungsprogramme wie Outlook oder Internet
Explorer sorgen. ... Wäre dieses Scripting bei laufendem Betriebssystem
nicht dauernd eingeschaltet, könnten es Hacker auch nicht so ungezwungen
benutzen, wie es dieser Tage geschah. Schon nach dem Melissa-Angriff wurde
Microsoft aufgefordert, das Scripting auszuschalten. Seitens des Unternehmens
hieß es jedoch damals, auf Scripting könne nicht verzichtet
werden, um dem Computernutzung die Bedienung eines Rechners so einfach
wie möglich zu machen." FAZ 8.5.00 S. 25
"Outlook ist anfälliger als Lotus Notes oder Java-Applets / Microsofts E-Mail-Software bietet eine recht einfache Angriffsfläche für Hacker" HB 8.5.00 S. 26
"Schily: BKA ermittelt in Sachen E-Mail-Virus / Innenminister: 'Ernst zu nehmender Angriff auf die Datensicherheit' / Weltweite Kooperation angestrebt" WELT 8.5.00 S. 4
*
"Gauck-Behörde will US-Akten / Washington
soll freien Zugang zu Klarnamen sichern
Die Berliner Gauck-Behörde will freien Zugang auch
zu den Stasi-Akten aus den USA. Es soll verhindert werden, dass die vom
amerikanischen Geheimdienst CIA übergebenen Daten mit den Klarnamen
von früheren DDR-Spionen als geheim eingestuft werden, sagte Behördensprecher Johann
Legner am Wochenende." FR 8.5.00 S. 5
*
LOKALES
Bayern:
"Verfassungsschützer soll Stasi-Akten verkauft
haben
... Der inzwischen pensionierte Verfassungsschutzbeamte soll
bayerische Firmen gegen Honorar über abgehörte Mitarbeiter
und ausspionierte Unternehmensbereiche verständigt haben. Dazu habe
er die nach der Wende im Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) abgeschriebene
Zielkontrollkartei der Stasi-Funkaufklärung benutzt." BerlZtg
8.5.00 S. 6
*
Berlin:
"Luftbilder verletzen Privatsphäre
Luftbilder der Häuser von Prominenten dürfen nicht
gezeigt werden, wenn gleichzeitig der Name des Betroffenen genannt wird.
... Die Privatsphäre G.(...) sei höher einzustufen als das öffentliche
Informationsinteresse am Leben von Prominenten, argumentierte das Berliner Kammergericht
in der Verhandlung (Az.: 9 U 555/00). HB 8.5.00 S. 4
*
"Werthebach sucht Streit / Videoüberwachung:
Innensenator will CDU-Position durchsetzen. Sozialdemokraten und Grüne
sind strikt dagegen. Der Datenschutzbeauftragte akzeptiert Überwachung
nur bei klaren Grenzen
Jetzt will Innensenator Eckart Werthebach (CDU) durchstarten: Am
Wochenende kündigte er an, den Druck auf möglicherweise gewaltbereite
Demonstranten zu erhöhen. Zudem will er endlich das Demonstrationsrecht
einschränken. Schließlich machte er klar, er wolle schon bis
Ende des Jahres ein Gesetz zur Videoüberwachung öffentlicher
Plätze verabschieden lassen und noch vor der Sommerpause mit dem Koalitionspartner
darüber beraten. ... Der Datenschutzbeauftragte Hansjürgen Garstka
warnte, die Videoüberwachung sei immer ein tiefer Eingriff in
die Grundrechte der Bürger. Nur 'unter ganz bestimmten Bedingungen'
seien seine Kollegen aus anderen Ländern und er bereit, dieses
Polizeimittel zu akzeptieren. So dürfe etwa die Überwachung nicht
flächendeckend sein. Auch Tonaufnahmen werde er nicht hinnehmen. Die Videoüberwachung
sei aber als weltweiter Trend und angesichts hoher Akzeptanz kaum zu verhindern.
Es sei deshalb jetzt wichtiger, 'auf ihre Architektur Einfluss zu nehmen'.
Die Innenministerkonferenz hatte sich am Freitag darauf verständigt,
Brennpunkte der Straßenkriminalität künftig mit Videokameras
zu überwachen." taz 8.5.00 S. 19
"Videoeinsatz: Gesetz kommt dieses Jahr / Senator
will Datenschützer am Entwurf beteiligen
... Die Videoüberwachung solle auf wirkliche 'Brennpunktbereiche
beschränkt bleiben', sagte der CDU-Politiker. Dazu zählen
nach seinen Worten der Bahnhof Zoo und sein Umfeld. Den Datenschutzbeauftragten
wolle er 'stark einbeziehen', kündigte Werthebach an." BerlZtg
8.5.00 S. 23
"Grüne lehnen Video-Überwachung auf öffentlichen Plätzen ab / Özdemir: So etwas ist mit uns nicht zu machen" WELT 8.5.00 S. 2
*
Brandenburg:
"Videoüberwachung spaltet die Große
Koalition / Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) will im Herbst
die ersten Kameras installieren lassen - SPD-Chef Reiche strikt dagegen
... Installiert werden sollen die Kameras besonders auf Plätzen,
wo sich regelmäßig rechte Schläger versammeln oder
mit Drogen gedealt wird. Schönbohm will die endgültige Klärung
bis zum Spätsommer herbeiführen. Dann könnte der Landtag
das neue Polizeigesetz im Herbst beschließen und die Anbringung der
Kameras noch vor dem Jahresende beginnen." WELT 8.5.00 S. 42
*