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Tageszeitungen]
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"Surfen im Büro steuerpflichtig / Wirtschaft
kritisiert Telefonkostenerlass des Finanzministers /Fiskus will am Internet
verdienen
... Der Erlass, der zum 1. Januar 2001 in Kraft treten soll,
sieht umfangreiche Nachweispflichten und damit einen hohen Kontrollaufwand
für die Unternehmen vor." SZ 15./16.7.00 S. 1
"Steuern auf Internet-Zugang im Büro / Einstufung als geldwerter Vorteil / Wirtschaftsverbände: Nicht umsetzbar in der Praxis / Erlass des Bundesfinanzministeriums" SZ 15./16.7.00 S. 25
"Arbeitnehmer müssen künftig ein 'Surfbuch'
führen / Steuer für private Internet-Nutzung im Betrieb / Telefonkostenerlass
belastet auch Arbeitgeber
... Ähnlich den Aufzeichnungspflichten beim Fahrtenbuch
für betriebliche Fahrzeuge ist danach vom 1. Januar 2001
an die berufliche Nutzung des privaten Telefonanschlusses anhand eines
Einzelverbindungsnachweises der Telefongesellschaft zu belegen. Aus dieser Aufstellung
müssen das Datum der Einzelverbindung, die Zielrufnummer einschließlich
der Ortsnetzvorwahl sowie das Entgelt für die Einzelverbindung hervorgehen.
... Für Internet- und sonstige Online-Verbindungen ist die Abrechnung
des jeweiligen Anbieters zugrunde zu legen. Zur Bestimmung des maßgeblichen
Zeitfaktors bei der Internet-Nutzung sind zudem Uhrzeit und Dauer der beruflichen
Nutzung sowie die konkrete Veranlassung und Adresse der jeweiligen
Verbindung aufzuzeichnen." FAZ 15.7.00 S. 22
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"Robinsonliste gegen unerwünschte SMS
... Handybesitzer können sich kostenlos unter www.free-sms.com
aufnehmen lassen." Ostsee-Zeitung 15./16.7.00 S. 20
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"E-Mail ins Nichts / Daten-Gau beim großen
Münchner Freemaildienst GMX
Viele Kunden des Müchner E-Mail-Dienstes 'GMX' dürften
gestern morgen ziemlich geschockt gewesen sein: Alle Nachrichten in ihrer
'Inbox' waren verschwunden. Eine schwere Software-Panne hatte zu dem
Daten-Gau geführt. ... Angeblich gibt es Sicherungskopien der elektronischen
Post. 'Wir bemühen uns derzeit, die Daten wieder zu rekonstruieren.'"
SZ 15./16.7.00 S. 58
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LOKALES
Bayern:
"Polizei stößt auf Sicherheitsmängel
/ Geldinstitut verfügt nicht über eine automatische Kamera /
Nach dem Überfall auf eine Raiffeisenbank
... In der Filiale in der Lindwurmstraße sei keine automatische Kamera
installiert, sagt Hans Urban, der Leiter des Raubdezernats bei der Münchner
Kripo. Bilder würden erst bei einem Alarm aufgenommen. 'Modernen Standards
entspricht das nicht', sagt Urban." SZ 15./16.7.00 S. 58
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Brandenburg:
"Videoüberwachung in homöopathischer Dosis
/ Nur Bedenken, keine Gegner: Kamera-Kontrolle zum Verhüten von Straftaten
für Experten notwendig
... Wenn es nach Innenminister Jörg Schönbohm (CDU)
geht, sind etliche öffentliche Plätze in Brandenburg bald videoüberwacht.
Das Kabinett will sich noch im Sommer mit der Novelle des entsprechenden
Gesetzes befassen. ... Mit der Morgenpost diskutierten gestern über
die Vor- und Nachteile der Videoüberwachung: Holger Bernsee, stellvertretender Vorsitzender
des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer
des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, Alexander Dix, Datenschutzbeauftragter
des Landes Brandenburg, Ralph Leidenheimer, Polizeifachmann vom Landes-Innenministerium,
Jürgen Lüth, Polizeipräsident von Cottbus und Vertreter
des Opferschutzverbandes 'Weißer Ring, Gerd Schnittcher, Leitender
Oberstaatsanwalt in Neuruppin. ... Alexander Dix: 'Trotzdem stellt
die Beobachtung einen staatlichen Eingriff in die Privatsphäre dar.
Die freie Bewegbarkeit von Bürgern wird eingeschränkt. Aufgezeichnet
werden darf deshalb nur, wenn sich dafür ein Anlass, beispielsweise
eine Gefahr, abzeichnet. Und die digitalen Aufzeichnungen sollten protokolliert
werden, damit sie nicht nachträglich verfälscht werden können.'
... Karl-Ludwig Böttcher: 'Wir brauchen wieder mehr Sicherheit
auf Straßen und Plätzen. Dieses Bedürfnis der Mehrheit
steht über dem Persönlichkeitsrecht Einzelner.' ... Lüth: 'Die
zu überwachenden Plätze werden abhängig vom polizeilichen
Lagebild festgelegt. Deshalb könnten Sicherheitspartnerschaften zwischen
Polizei, Kommunen und Vereinen noch mehr helfen.'" MoPo 15.7.00
S. 30
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Sachsen:
"PDS klagt gegen Polizeigesetz
Die 30 Abgeordneten der PDS-Landtagsfraktion Sachsen haben beim
Sächsischen Verfassungsgerichtshof in Leipzig eine Normenkontrollklage
gegen das Polizeigesetz des Freistaates eingereicht. ... Vier Punkte
des Gesetzes sollen laut PDS für verfassungswidrig erklärt werden: Die
so genannte Schleierfahndung mit verdachts- und anlassunabhängigen
Personenkontrollen auch außerhalb des Grenzgebietes; die Festlegung
von Kontrollbereichen zur Schleierfahndung per Innenminister-Erlass; ...
die Verweigerung der Auskunft an Bürger, welche Daten über
sie gesammelt worden sind, wenn dadurch der künftige Einsatz
verdeckter Ermittler der Polizei beeinträchtigt werden könnte."
ND 15./16.7.00 S. 4
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