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"Datenschutz 'neutral' regeln / EU-Kommission
will Direktwerbung über das Internet verbieten
Verbraucher und Unternehmen sollen - unabhängig von der
Technologie der elektronischen Datenübermittlung - einen gleichwertigen
Datenschutz besitzen. Mit dem Ziel, technologieneutrale Vorschriften zu
erlassen, hat die Europäische Kommission jetzt dem Europäischen
Parlament und dem Ministerrat einen Vorschlag für eine Richtlinie
über die 'Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der
Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation' (Dok. Nr. KOM/2000/385)
unterbreitet. Damit sollen keine wesentlichen Änderungen an der Ende
1997 verabschiedeten Datenschutzrichtlinie (Nr. 97/66EG) vorgenommen
werden, heißt es. Sie soll lediglich die bisherigen Bestimmungen
an neue und vorhersehbare Entwicklungen auf dem Gebiet elektronischer Kommunikationsdienste
und -techniken anpassen. Die Verarbeitung personenbezogener Daten soll
sich auf das 'erforderliche Mindestmaß' beschränken, wo möglich,
sollten anonyme oder verschleierte Daten verwendet werden. ... Die Weiterverarbeitung
dieser Daten darf nur erfolgen, wenn der Teilnehmer oder Nutzer darin eingewilligt
hat, heißt es in dem von der Kommission vorgeschlagenen neuen Artikel
6 der Richtlinie. Die Teilnehmer müssen vollständig darüber
informiert werden, welche Arten von Daten und zu welchen Zwecken sie gesammelt
und verarbeitet werden. ... Die Fähigkeit zur Verarbeitung sehr genauer
Standortdaten in mobilen Kommunikationsnetzen sollte nicht dazu führen,
dass sich die Nutzer unter ständiger Überwachung befinden. ...
Deshalb schlägt die Kommission eine Regelung vor: Standortdaten
dürfen nur mit Einwilligung des Teilnehmers verwendet werden. ...
Nur Notdienste sowie Stellen der öffentlichen Sicherheit, des Staatsschutzes
sowie bei strafrechtlichen Ermittlungen dürften Standortdaten - auch
ohne Einwilligung - nutzen. ... Deshalb soll der Teilnehmer das Recht
erhalten, festzulegen, ob er in einem öffentlichen Verzeichnis aufgeführt
werden möchte; und falls ja, mit welchen personenbezogenen Daten.
... Künftig dürfe Direktwerbung über das Internet - das
so genannte Spamming - oder über Fax nur noch gegenüber
Teilnehmern betrieben werden, die dazu ihre Bereitschaft erklärt haben."
FAZ 25.7.00 S. 29
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"Haben, haben, alles haben / Benutzer werden im
Internet ausgespäht - die Neugierde kennt dabei fast keine Grenzen
... So hat in den Vereinigten Staaten die Bundespolizei FBI
gerade ihr neues Überwachungssystem für E-Mails, Carnivore, eingeweiht.
Amerikanische Datenschützer und Bürgerrechtsgruppen laufen
Sturm gegen den 'Fleischfresser': Ein superschneller Carnivore-Computer,
verbunden mit den Servern eines Internetanbieters, genügt, um blitzschnell
Millionen von E-Mails auf Inhalte zu überprüfen, die dem FBI
verdächtig erscheinen. ... Auch elektronische Briefe aus Deutschland
können über den Umweg eines amerikanischen Servers an ihren Bestimmungsort
gelangen. ... Kostenlose E-Mail-Dienste wie Hotmail von Microsoft finanzieren
sich dadurch, dass sie Werbung in die eingehende elektronische Post einblenden.
Was aber den meisten Kunden dieser E-Mail-Anbieter nicht bewusst ist: Der
Bequemlichkeit halber fügt nicht der E-Mail-Anbieter die Reklamebildchen
ein, sondern eine Werbefirma. Und die kommt auf diese Weise an die E-Mail-Adressen
von Zigtausend Computer-Besitzern. Erst der Aufschrei von Datenschützern
hat Microsoft veranlasst, nach einem datenschutzgerechten Verfahren für
die Werbeeinblendung zu suchen." SZ 25.7.00 S. V2/10
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"Defizite des Bundes bei der Regelung von Videoüberwachung
festgestellt
Defizite bei der Regelung von Videoüberwachung gebe es
beim Bund sowohl für den öffentlichen Bereich von Bundeseinrichtungen
als auch vor allem bei der Überwachung privaten Raums mit öffentlichem
Zugang nach dem 'Hausrecht': Dies haben Sachverständige im Rahmen
einer öffentlichen Anhörung am 5. Juli im Innenausschuss erklärt.
Dagegen sei die Polizeigesetzgebung für Videoüberwachung seit
langem festgelegt, auch wenn sie wegen unterschiedlicher Länderregelungen
einer Angleichung bedürfe. ... Zunehmend kritisch sah Roland Bachmaier
vom Bundesbeauftragten für Datenschutz die Videoüberwachung.
Zwangsläufig würden Bürger - ob gewünscht oder nicht
- von Videogeräten aufgenommen. Die Art der Erfassung, Aufzeichnung
oder Zweck sei ihnen dabei nicht ersichtlich. ... Eine Situation,
'bei der Bürger nicht wissen können, wer was wann über wen
weiß', erfordere hinsichtlich der Sicherheit eine angemessene Abstimmung
der Interessen. Die unbefugte Weitergabe von Aufzeichnungen müsse
unter Strafe gestellt werden. Besonders problematisch sei es, 'wenn Private
den öffentlichen Raum beobachten'." blickpunkt bundestag 7/2000
S. 33
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"Bundesregierung: Beweise für 'Echelon' existieren
nicht
Nach den Worten der Bundesregierung existieren keine gerichtsfesten
Beweise dafür, dass die USA und vier weitere Staaten, darunter
Großbritannien, ein weltumspannendes, satellitengestütztes Abhörsystem
unter dem Namen 'Echelon' betreiben. Dies erklärte ein Vertreter der
Regierung am 5. Juli im Europaausschuss. ... Für Alexander Dix,
Landesbeauftragter für den Datenschutz in Brandenburg, wirft das satellitengestützte
Abhörsystem, dessen Teil auch eine von den USA betriebene Station
im bayerischen Bad Aibling sei, Fragen des Grundrechtsschutzes und der
Telekommunikationsfreiheit auf. Dix erklärte vor dem Ausschuss,
amerikanische Erklärungen ließen darauf schließen,
dass durch 'Echelon' 'in erheblichem Umfang' Telekommunikations- und Sprachdatenverkehr
abgehört werde. Offenbar habe sich nach dem Ende des Kalten Krieges
der Zweck dieser Station weg von der Gewinnung sicherheitspolitischer
Informationen hin zur Sicherung wirtschaftspolitischer Erkenntnisse verlagert.
Damit werde aber die von der Bundesregierung angeführte Legitimationsgrundlage,
das NATO-Truppenstatut, verlassen. Ein souveränes Deutschland müsse
so etwas nicht hinnehmen, so Dix. Auch die Tätigkeit ausländischer
Geheimdienste, selbst wenn diese im Heimatstaat wirksam kontrolliert würden,
unterläge deutschen Rechtsbestimmungen. Demgegenüber erklärte
die Bundesregierung, sie habe keinen Grund, an offiziellen Aussagen von
Vertretern der USA und Großbritanniens zu zweifeln, dass sich deren
nachrichtendienstliche Tätigkeit im rechtlich zulässigen
Rahmen bewege. ... Washington und London hätten vielmehr deutlich
gemacht, die Aktivitäten von 'Echelon' hätten die Staaten der
ehemaligen Sowjetunion und Südosteuropas im Visier." blickpunkt
bundestag 7/2000 S. 77
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"Datenhöhle im Schweizer Berg / Mount10, das Rechenzentrum im Bunker, schützt Firmengeheimnisse vor Bomben und Hackern" SZ 25.7.00 S. V2/10
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"Architekt stellte CIA-Dokumente ins Netz
... Y(...). ist ein erklärter Gegner von Geheimdiensten
und hat nach eigenen Angaben bereits eine Aufforderung des FBI abgelehnt,
die Namensliste der japanischen Agenten von der Website zu nehmen."
BerlZtg 25.7.00 S. 16
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LOKALES
Hessen:
"Elektronische Fußfessel für Drogendealer
Zum dritten Mal hat das Amtsgericht Frankfurt am Montag
die elektronische Fußfessel angeordnet. ... Die elektronische Fußfessel
wird in Hessen bei einem wissenschaftlich betreuten Modellprojekt in Frankfurt
erprobt. ... Die Verurteilten können die Auflage auch ablehnen,
müssen dann aber damit rechnen, dass ihre Strafe nicht zur Bewährung
ausgesetzt wird." FR 25.7.00 S. 23
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