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Tageszeitungen]
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"England und die USA blasen zum Lauschangriff
Vor allem der E-Mail-Verkehr soll überwacht werden
Mit der Mehrheit der Regierungspartei Labour verabschiedete das britische
Unterhaus vor wenigen Tagen ein Gesetz, demzufolge Strafverfolger von Oktober
an den gesamten bei den Providern des Landes anfallenden E-Mail-Verkehr
mitschneiden und auf kriminelle Inhalte hin untersuchen dürfen. Das
Paragrafenwerk zur 'Regulierung der Ermittlungsbefugnisse' sieht unter
anderem vor, dass die Provider auf eigene Kosten die entsprechenden Daten
an ein Regierungszentrum weiterleiten müssen, das vom nationalen Geheimdienst
MI5 betrieben wird. Außerdem kann das Innenministerium, das über
die Einhaltung des Gesetzes wacht, sogar die geheimen Schlüssel von
privaten Surfern oder Internetnutzern in Unternehmen einfordern, falls
sie ihre Botschaften mit Krypto-Programmen verschlüsselt haben."
MoPo 1.8.00 S. 23
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"Die Macht der Securitate reicht bis in die Gegenwart
Ein Jahrzent nach dem Sturz Ceausescus ist in Rumänien eine
Gauck-Behörde eingerichtet worden." BerlZtg 1.8.00 S. 8
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"Elektro-Augen, wohin man auch blickt
Hunderttausende Überwachungskameras im Einsatz/ Soziologe warnt
vor den Folgen
... Nach Schätzungen dürften in Deutschland schon zwischen
300.000 und 400.000 elektronische Augen im Einsatz sein. ... Zudem gehen
mehr und mehr Bundesländer wie etwa Hessen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen,
Sachsen oder Baden-Württemberg dazu über, auf Straßen und
an öffentlichen Orten die Bürger auch von der Polizei filmen
zu lassen. ... Erst allmählich läuft eine kritische Diskussion
an. Diese Debatte, angestoßen besonders von Datenschützern,
kreist vor allem um die Gefährdung individueller Persönlichkeitsrechte:
Die Kamerakontrolle macht den Menschen vom freien Subjekt zum überwachten
Objekt." FR 1.8.00 S. 5
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"'DDR-Experte' mit fragwürdigen Thesen
Schwedens Laienforscher dürfen Stasi-Akten lesen, Betroffene
nicht
... Zwei Jahre lang fuhr der Professor regelmäßig nach Berlin,
las und notierte. Dass er auf dem Gebiet kaum Vorkenntnisse hatte, störte
die Gauck-Behörde kaum. Um dort eine solche Recherche anstellen zu
können, 'bedarf es der Willensbekundung, wissenschaftlich zu arbeiten',
erklärt Johann Legner, der Pressesprecher. ... 'Die Arbeit ist völlig
unwissenschaftlich', erregt sich Disa Hastad, die Osteuropaexpertin der
Stockholmer Zeitung 'Dagens Nyheter'. In Erikssons Buch sind Angaben über
ihre Biografie enthalten. Hastad berichtete jahrelang aus Moskau, Warschau
und Ost-Berlin. Die Stasi überwachte sie und durchsuchte ihr Gepäck.
1992 beantragte die Journalistin Akteneinsicht. Die wurde ihr bisher nicht
gewährt. Nach Angaben der Gauck-Behörde wurde der Antrag nicht
bearbeitet, weil 'hier trotz Aufforderung keine Identitätsbescheinigung
einging', so der Pressesprecher Legner. Da Disa Hastad als Auslandskorrespondentin
eine relative Person der Zeitgeschichte ist, durfte indessen Gösta
A. Eriksson Dokumente über sie einsehen. In seinem Buch bleibt sie
anonym." Tsp 1.8.00 S. 27
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"Nicht nur das Satellitentelefonat aus dem bosnischem
Krisengebiet läßt sich einfach abhören
Eine Aktivantenne von Köditz bringt Inmarset-Gespräche
und -Faxe in das häusliche Radio/ Auch die Wahltöne lassen sich
schnell entschlüsseln" FAZ 1.8.00 S. T 1
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"Huber für mehr Sicherheit im Internet
Die Ahnungs- und die Sorglosigkeit vieler Bürger beim Umgang
mit E-Business und Internet ist nach Ansicht von Staatskanzleichef Erwin
Huber (CSU) 'erschreckend'. Die meisten seien sich der möglichen Gefahren
beim Tele-Banking und Surfen durch das Internet gar nicht bewusst."
SZ 1.8.00 S. 40