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"Den Bürger interessiert, 'dass er erst gar
nichts vor den Kopf kriegt'
Sollen öffentliche Plätze in Berlin mit Videokameras überwacht
werden? / Ein Tagesspiegel-Streitgespräch zwischen Heidemarie Fischer
(SPD) und Roland Gewalt (CDU) ... Gewalt: Die
Ergebnisse in anderen Ländern waren positiv. ... Wir haben vorgeschlagen
einen ersten Modellversuch am Hardenbergplatz zu starten. ... Fischer:
Mir gefällt daran nicht, dass der Eindruck entsteht, so würden
die Probleme verschwinden. Videoüberwachung löst keine Probleme,
es verdrängt sie. Kriminalität verlagert sich dadurch in die
Außenbezirke. ... Gewalt: Es gibt sicher Bürger, die sagen:
Ich muss noch bei Tageslicht nach Hause kommen, weil ich mich bei Dunkelheit
nicht mehr auf die Straße traue. ... Fischer: Fragen Sie mal die
Leute, ob sie sich in der BVG sicherer fühlen, seit sie per Kamera
überwacht werden, aber kein Schaffner mehr im Häuschen sitzt.
Die fühlen sich viel besser, wenn da ein Zugabfertiger ist. ... Gewalt:
Sämtliche Innenminister einschließlich des Bundesinnenministers
sind für die Videoüberwachung, auch der innenpolitische Sprecher
der SPD-Bundestagsfraktion ist dafür. ... Fischer: ... nein, nein,
nein, das haben Sie missverstanden. Das bezieht sich auf besonders gefährdete
Plätze wie jüdische Friedhöfe oder das Holocaust-Mahnmal.
... Ich habe mir gerade den Flughafen Tegel in Sicherheitsfragen angesehen.
Die Polizei reduziert da mit sehr einfachen Mitteln sehr effektiv die Kriminalität:
Mit Flugblättern, Durchsagen und dem Einsatz von Fahndern in Zivil.
Dem Bürger wird da nicht suggeriert: Da oben ist ja eine Kamera. Sie
vermittelt doch: Mit der Videoüberwachung geht die Kriminalität
zurück. Das ist nicht der Fall. Sinnvoll ist sie tatsächlich
an Gebäuden oder etwa dem Holocaust-Mahnmal. Oder nehmen wir das Beispiel
Karstadt. Das Kaufhaus war videoüberwacht, aber die Kriminalität
ist nicht zurückgegangen. Karstadt hat dann einen sehr effizienten
Sicherheitsdienst eingerichtet. ... Gewalt: allein die Kamera an und für
sich ist schon eine Abschreckung für Kriminelle. Bei der Beweisführung
ist die Zahl der Fälle, die per Video aufgeklärt werden konnten,
zugegeben deutlich geringer." Tsp 16.8.00 S. 12
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"Datenschützer kritisieren Eichels 'Surf-Steuer'
Finanzminister Eichel gerät mit seinem Plan, das private
Internet-Surfen am Arbeitsplatz zu besteuern, immer heftiger unter Beschuss.
Jetzt fordern auch Datenschützer, das Vorhaben zu kippen. ... 'Die
im Telefonkostenerlass vorgeschriebene vollständige Protokollierung
sämtlicher Online-Zugriffe führt zu einer umfassenden Kontrolle
des Informations- und Kommunikationsverhaltens eines Arbeitnehmers' sagte
der Bundesbeauftragter für den Datenschutz, Joachim Jacob ... Dies
sei rechtlich aber nur bei dringendem Verdacht eines arbeitsvertraglichen
Verstoßes zulässig. 'Allein aus steuerlichen Gründen allen
Arbeitnehmern solche Verstöße zu unterstellen, geht entschieden
zu weit'. betonte Jacob." HB 16.8.00 S. 4
"Eichels 'Surf-Steuer' bringt wenig Geld und viel Ärger" HB 16.8.00 S. 2
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"Behrens will rechte Gewalttäter registrieren
lassen
Das nordrhein-westfälische Kabinett hat ein Programm gegen
Rechtsextremismus beschlossen. Damit sollen Maßnahmen von Polizei,
Justiz, Verfassungsschutz und Schulen gebündelt werden." FAZ
16.8.00 S. 1
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"Gewerkschaft will Videoschutz auf Schulhöfen
... Die Überwachung von Schulhöfen befürwortet
die DPOlG in solchen Fällen, wenn andere Mittel nicht wirksam werden."
MoPo 16.8.00 S. 31
"Gewerkschaft für Video-Überwachung" ND 16.8.00 S. 17
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"Schnüffelprogramm auf den Prüfstand
... Das E-Mail-Überwachungssystem Carnivore der US-Bundespolizei
FBI soll von kritischen Wissenschaftlern überprüft werden. ...
Carnivore wird vom FBI (www.fbi.gov) bei Internet-Anbietern aufgestellt
und besteht aus einem Computer mit dem Betriebssystem Windows NT und einem
Programm, das E-Mails untersuchen und abfangen kann, was zu heftigen Protesten
der Internet-Nutzer geführt hat." Tsp 16.8.00 S. 30
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"Das Internet ist keine Steueroase
Wieder hat sich ein sogenanntes Steuerschlupfloch in Milliardenhöhe
aufgetan: das Internet. Tatsächlich sehen die Steuerbehörden
beim E-Commerce derzeit ziemlich alt aus. Dies gilt vor allem dort, wo
das Computernetz nicht bloß der Bestellung von Waren dient, die hinterher
von der Post oder Paketdiensten auf herkömmliche Weise ausgeliefert
werden, sondern wo die gekauften Rechnerprogramme, Musiktitel oder künftig
auch Videos direkt elektronisch übermittelt werden. Inbesondere die
Mehrwertsteuer, die auch auf solche digitale Konsumgüter fällig
wird, geht der öffentlichen Hand bisher oft verloren - zumal wenn
sich der Anbieter in irgendeinem exotischen Land dem Zugriff entzieht.
Datenpakete lassen sich im grenzüberschreitenden Handel nun einmal
nicht kontrollieren." FAZ 16.8.00 S. 15
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"Parksünder am Internet-Pranger
New York will damit hunderttausende Dollar Strafgelder eintreiben"
ND 16.8.00 S. 10