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Tageszeitungen]
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"Länder setzen im Kampf gegen Rechtsextremisten
auf den BGS
... Beim Bundeskriminalamt (BKA) wird eine Rechtsextremisten-Datei
eingeführt, auf die alle Polizeibehörden Zugriff haben. In einer
gemeinsamen Anstregung wollen BKA, Bundesverfassungsschutz und Länder
außerhalb verschärft gegen fremdenfeindliche Propaganda im Internet
vorgehen. Dabei müsse man allerdings auch auf die Provider-Seite einwirken,
betonte Schily." MoPo 19.8.00 S. 2
"Die 'taz' druckt Namen und Fotos von Neonazis
Die in Berlin erscheinende 'tageszeitung' (taz) will Rechtsextremisten
outen. Die Zeitung veröffentlicht auf der Titelseite ihrer Samstagsausgabe
Namen und Gesichter von 22 führenden Aktivisten der rechten Szene."
BerlZtg 19./20.8.00 s. 18
"Die Beachtung, die Nazis gebührt
Erste Erfolge des Outing: Zehn Prozent der aktiven schwedischen
Rechten sagten sich los von der braunen Szene, rechtsradikale Gewalttaten
nahmen ab" taz 19./20.8.00 S. 2
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"Warnung vor Sexualstraftätern
In Texas informiert die Polizei Bürger jetzt per Postkarte über
alle besonders gefährlichen Sexualtäter in ihrer Nähe."
WELT 19.8.00
LOKALES
BERLIN
"Videoüberwachung zwischen Ablehnung und
Ausprobieren
Es gibt Vorbilder, aber auch Zweifel an der Wirksamkeit ...
Momentan sieht es aber so aus, als könnte Innensenator Eckart Werthebach
(CDU) in diesem Jahr nicht einmal durchsetzen, was in der Koalitionsvereinbarung
steht: nämlich die Kontrolle 'gefährdeter Objekte' per Kamera.
... Die Innenminister forderten allerdings, die Kameras offen, also gut
sichtbar einzusetzen und waren sich einig, dass die fachlich zuständige
Polizei und nicht die Politik entscheiden solle, wo und wie die Videotechnik
sinnvoll eingesetzt werden soll. Insoweit besteht Einigkeit zwischen den
Sicherheitspolitikern und den Datenschutzbeauftragten des Bundes und der
Länder, die schon im März eine 'strenge Zweckbindung' und eine
'deutliche Erkennbarkeit der Videoüberwachung für die betroffenen
Personen' forderten. Außerdem müssten die Videodaten binnen
kurzer Frist gelöscht und zwischen Übersichtsaufnahmen und gezielten
Beobachtung, Aufzeichnung und Bilddaten und deren Zuordnung zu bestimmten
Personen 'differenziert abgestuft' werden, hieß es in einer gemeinsamen
Entschließung der Datenschützer. Bundeseinheitliche Datenschutzregelungen
fehlen allerdings noch. ... Unberührt von gesetzlichen Regelungen
ist übrigens das Hausrecht, das Geschäftsinhaber, Ladenpassagen
und Kaufhäuser, Flughäfen, Verkehrsunternehmen und Banken wahrnehmen,
wenn sie auf eigene Kosten Kameras installieren." Tsp 20.8.00 S. 10
"Pro und Contra
Soll die Polizei öffentliche Plätze mit Videokameras überwachen?
... Bürgerrechte lassen sich nun mal nicht abstrakt verteidigen,
sondern nur im wirklichen Leben. Und angesichts zunehmender Bereitschaft,
private Daten per Internet, E-Mail und Handy durch massenhaften Informationsaustausch
zu jeder Tages- und Nachtzeit preiszugeben, wirkt die aufgeregte Diskussion
um ein paar Videokameras am Hardenbergplatz deplatziert. Das Gefühl
dafür, was informationelle Selbstbestimmung ist, wandelt sich doch
merklich. ... Wer uns weismachen will, unter den Kamera-Augen der Polizei
seien wir vor bösen Buben sicher wie in Abrahams Schoß, ist
entweder naiv oder gaukelt uns etwas vor. Vom Zugucken aus sicherer Entfernung
wird kein Taschendieb, Autoknacker oder Drogendealer gefasst. Und wenn
sich finstere Gestalten auf überwachten Plätzen dünne machen,
suchen sie sich eben neue. Verdrängte Kriminalität taucht anderswo
wieder auf. Wohin soll das führen? Den Überwachungsstaat will
doch wohl niemand." Tsp 20.8.00 S. 10