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"Private Internet-Nutzung am Arbeitsplatz bleibt
steuerfrei
... Ursprünglich hatte das Bundesfinanzministerium geplant,
private Internet-Aktivitäten am Arbeitsplatz als geldwerten Vorteil
der Arbeitnehmer zu besteuern . Zum Nachweis des konkreten Vorteils sollten
Arbeitgeber nach dem im Mai beschlossenen 'Telefonkostenerlass' Datum,
Uhrzeit, Dauer der Nutzung sowie die angewählte Internet-Adresse dokumentieren
... Trotz massiver Proteste aus der Wirtschaft, von Datenschützern
sowie aus SPD und Oppisition hatte das Bundesfinanzministerium noch vor
wenigen Tagen bestätigt, das Eichel an der Dokumentationspflicht festhalten
wolle. ... Werner Senger, Geschäftsführer der Bitkom, des Branchenverbandes
der Informations- und Telekommunikationsindustrie. 'Durch die vorgesehene
Aufzeichnung hätten sich die Unternehmen zudem strafbar gemacht, da
sie datenschutzrechtlich illegal ist', sagte er. Ein Sprecher des Bundesbeauftragten
für den Datenschutz betonte, nun könne die 'Kulturtechnik Internet'
innerbetrieblich weiter gefördert werden." HB 23.8.00 S. 1
Kommentar
"Vernünftig
... Durch einfachen Ministeriumserlass kann zudem das in der
Verfassung verbriefte und damit höherrangige Recht der Arbeitnehmer
auf informationelle Selbstbestimmung kaum ausgehebelt werden." HB
23.8.00 S. 6
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"Kripo: Hohe Dunkelziffer bei Missbrauch von Kreditkarten
Schutzmechanismen aus Kostengründen nicht eingeführt
... Hanns-Michael Hepp, Leiter Sicherheitssysteme bei der Gesellschaft
für Zahlungssysteme (GZS) ... Als Alternative zur Chipkarte preist
Hepp das 'integrated intelligent risk information system', Iris an. Hierbei
werden gewisse Automatismen abgefragt, die den Vertragspartner vor Zahlungsvorfällen
warnen, die für den Kunden untypisch sind. Benutzt ein Kunde beispielsweise
die Kreditkarte sonst nur an der Tankstelle und will sie nun zum Kauf eines
teuren Schmuckstücks einsetzen, wird dies dem Juwelier signalisiert,
der dann zu seiner eigenen Sicherheit den Personalausweis des Kunden verlangen
kann." BerlZtg 23.8.00 S. 35
"Schnelle Chancen für Gauner
Kreditkartenbetrug per Internet oder Telefon wird eingedämmt
... So sollen die Karteninhaber beim Kauf oder der Bezahlung einer
Leistung künftig eine 'Identifier' genannte Nummer eingeben. Die drei
Ziffern dienen der Identifkation des Kunden, der bei diesen Vertriebswegen
zur Legimitation keine Unterschrift leisten muss. Zusätzlich zur Abfrage
der drei Ziffern werden den Kreditkartenkunden Detailangaben zu ihrer Anschrift
abverlangt. Das können Postleitzahlen oder Hausnummern sein. ... 'Die
drei Ziffern am Ende der Kreditkartennummer stehen in einem logischen Zusammenhang
mit den Kundendaten', sagte Eurocard-Sprecher Herbert Euler zur Berliner
Morgenpost." MoPo 23.8.00 S. 12
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"Personendateien der Mormonen vor Prüfung
In Frankreich wird nach Informationen der Tageszeitung 'Libération'
geprüft, ob die Glaubensgemeinschaft der Mormonen weiter die Daten
Millionen Verstorbener sammeln und ins Internet stellen darf. ... Dem Bericht
zufolge sind bereits 70 Prozent der französischen Daten auf Mikrofilmen
der Mormonen festgehalten." SZ 23.8.00 S. 7
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"Schweizer Bankgeheimnis wird durchlöchert
Eidgenossen geben Druck aus Washington nach / Kreditgewerbe will
Geldwäsche stärker bekämpfen" FAZ
23.8.00 S. 10
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"Amerika regelt Signatur weniger streng
Das europäische Konzept muss im E-Commerce bestehen"
FAZ 23.8.00 S. 27
LOKALES
BERLIN
"Verfassungsschutz-Reform: SPD will Neuland betreten
Streit um Kontrollinstanzen und legalen Ausforschungsmittel
... Mit ihrer Forderung betreten die Sozialdemokraten Neuland.
In Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt können die Datenschutzbeauftragten
auf Antrag des parlamentarischen Kontrollausschusses einzelne Maßnahmen
des Landesamtes auf deren Rechtmäßigkeit überprüfen.
In Schleswig-Holstein kann der Landtagsausschuss 'im Einzelfall' einen
Beauftragten für den Verfassungsschutz bestellen. Eine dritte Kontrollinstanz
als Dauereinrichtung gibt es in keinem Bundesland. Die zweite Forderung
der Sozialdemokraten: Nachrichtendienstliche Mittel dürfen nur in
begründeten Ausnahmefällen verwendet werden, über die der
Verfassungsschutz-Ausschuss möglichst vorab informiert werden soll.
Die CDU will hingegen den gesetzlich erlaubten Katalog von Ausforschungsmitteln
... die in einer Verwaltungsvorschrift ausführlich beschrieben sind,
noch erweitern. ... Mit einer solchen 'Auffangklausel' sei der Berliner
Datenschutzbeauftragte einverstanden, argumentiert Gram." Tsp 23.8.00
S. 12
Kommentar
"Mit offenen Karten spioniert man nicht
... Trotzdem geht die SPD den falschen Weg, wenn sie das Beauftragtenunwesen
der Berliner Verwaltung auf den Verfassungsschutz ausdehnen will. Eine
dritte Instanz verwischt nur die Verantwortlichkeiten. ... Nein, es reicht
im Einzelfall eine vermittelnde Stelle zwischen Verwaltung und kontrollierendem
Parlament aus. Zum Beispiel der Datenschutzbeauftragte. ... Auch die andere
Idee der Sozialdemokraten, die nachrichtendienstlichen Einzelaktionen des
Verfassungsschutzes jeweils vorab dem Fachausschuss des Parlaments mitzuteilen,
zeugt von Naivität." Tsp 23.8.00 S. 12