[Weitere Ausgaben]
[Zur Suche über alle bisherigen Ausgaben]
[Überblick über sonstige Veröffentlichungen
zum Datenschutz] [Abkürzungen der ausgewerteten
Tageszeitungen]
*
"BfD: Symposium Datenschutz in der Telekommunikation
Am 14. September 2000 veranstaltet der Bundesbeauftragte für
den Datenschutz, Dr. Joachim Jacob, in Bonn ein Symposium 'Datenschutz
in der Telekommunikation'." DuD 24/2000 S. 8
*
"Verfahrene Lage / Stasi-Akten / Die Bundesregierung
will die Gauck-Behörde hindern, die abgehörten Telefonate
von Prominenten wie Altkanzler Kohl herauszugeben. Offenen Streit
aber scheut sie.
... Das Kanzleramt und Innenminister Otto Schily (SPD) wollen
die Abhörprotokolle am liebsten weiterhin weggeschlossen sehen. ...
Mehrere hundert Anträge von Redaktionen auf Materialherausgabe, darunter
einige vom SPIEGEL, liegen in der Behörde mittlerweile vor. Auch etliche
der Betroffenen haben reagiert. Kohls frühere Minister Theo Waigel
(CSU) und Hans-Dietrich Genscher (FDP) etwa wollen ebenso ihre Akten einsehen
wie Polit-Prominenz von heute. So hat beispielsweise Finanzminister Hans
Eichel (SPD) schon einen Antrag ausgefüllt. Wenn Waigel, Genscher
oder Eichel ihre Unterlagen gelesen haben, müssen sie wie Kohl damit
rechnen, dass die Zusammenfassungen ihrer Telefonate herausgegeben und
veröffentlicht werden - es sei denn, diese enthalten nur Privates.
... Schilys Experten verweisen darauf, dass im schlimmsten Fall sogar der
Verrat von Staatsgeheimnissen der früheren Bunderepublik drohe, ...
. Denn Gaucks Beamte sähen die Unterlagen ja nur daraufhin durch,
ob bei einer Herausgabe die Privat- oder Intimsphäre der Abgehörten
verletzt werde. Gauck hält all das für nicht stichhaltig. Wenn
es in den Telefonaten um Staatsgeheimnisse gegangen sei, seien diese ohnehin
vor über zehn Jahren der Stasi und damit auch der Führung des
früheren Ostblocks bekannt geworden. Ein Schutzbedürfnis gebe
es da heute nicht mehr. ... Zu einem der schärfsten Kritiker Gaucks
hat sich mittlerweile der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts,
Ernst Benda (CDU), entwickelt. ... es gebe für abgehörte Telefonate
'ein absolutes, klares und ganz eindeutiges Verbot im Grundgesetz, Telefonbänder,
Wortübertragungen oder zusammengefasste Protokolle' herauszugeben,
die 'unter Verletzung des Post und Fernmeldegeheimnisses' zu Stande gekommen
seien." DER SPIEGEL 32/2000 7.8.00 S. 46 f.
*
"Verbraucherschützer attackieren Rabattsystem
Payback / Vorwurf: Verstöße gegen den Datenschutz - Klage
vor Münchener Landgericht
Das vom Mineralölkonzern Dea mit eingeführte Rabattsystem
Payback sorgt für Zündstoff. Der Verbraucherschutzverein mit
Sitz in Berlin hat jetzt vor dem Landgericht in München Klage gegen
den Payback Rabatt-Verein eingereicht. Nach Meinung der Verbraucherschützer
verstößt eine Klausel in den Kundenverträgen gegen die
Bundesdatenschutzbestimmungen. ... Die Weitergabe etwa von Umsatzzahlen
oder Einkaufsdaten einzelner Payback-Teilnehmer, ohne gleichzeitig darüber
zu informieren, wie diese verwertet werden, verstoße gegen das Bundesdatenschutzgesetz.
Zudem erlaubten die Vertragsklauseln auch die Werbung über das Telefon,
zumindest sei diese nicht explizit ausgeschlossen." WELT 7.8.00
S. 14
*
"BGS und Video-Überwachung gegen Rechts /
CSU: Die Regierung bekämpft nur Symptome - DGB will NPD-Marsch
verhindern
... ... Berliner Staatssekretärsrunde, die einen stärkeren
Einsatz des Bundesgrenzschutzes gegen rechtsextremistische Bestrebungen
und eine verbesserte Videoüberwachung auf Bahnhöfen vereinbart
hatte." WELT 7.8.00 S. 2
*
"Zahnärzte fürchten den 'gläsernen
Arzt' / Widerstand gegen Fischers Datenpläne
Im Ringen mit dem Bundesrat musste Gesundheitsministerin
Fischer im vergangenen Jahr auf ein zentrales Projekt ihrer Gesundheitsreform
verzichten: Die Krankenkassen sollten mehr Daten über die Patienten
erhalten. Jetzt nimmt Fischer einen neuen Anlauf. Doch die Zahnärzte
laufen Sturm gegen die Pläne. ... Durch ein gesondertes Gesetz will
sie die Leistungserbringer verpflichten, ihre Abrechnungs- und Leistungsdaten
an neu zu errichtende Datensammelstellen der Krankenkassen-Spitzenverbände
zu übermitteln. Diese Stellen sollen die Daten zunächst
prüfen und so verschlüsseln, dass sich keine direkte Verbindung
zum jeweiligen Patienten herstellen lässt. Die derart 'pseudonymisierten'
Daten sollen dann den einzelnen Krankenkassen sowie kassenartenübergreifenden
Arbeitsgemeinschaften dazu dienen, die Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung
zu prüfen, Heilmittelbudgets und Richtgrößen zu erstellen,
sowie andere Steuerungsaufgaben der Kassen zu erfüllen. Den gegen
die ursprünglichen Pläne der Ministerin erhobenen Bedenken der Datenschützer
wird in dem Entwurf durch strenge Löschungsvorschriften Rechnung getragen.
Eine Rückführung der verschlüsselten Daten auf einzelne
Patienten ist nur unter engen Voraussetzungen möglich. Außerdem
können personenbezogene Daten nicht verwendet werden, wenn die
betroffenen Versicherten Einspruch dagegen erhoben haben. ... Erneut diagnostizieren
die Zahnärzte 'unzulässige Eingriffe in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung
der Patienten und der Leistungserbringer'. Die Vorschriften seien so lax
gefasst, dass praktisch jede Form der personenbezogenen Auswertung von
Daten möglich erscheine. Nach Ansicht von Hermann Schulte-Sasse, Abteilungsleiter
im Bundesgesundheitsministerium, ist die Sorge um den 'gläsernen
Patienten' nur vorgeschoben. In Wirklichkeit fürchteten die Zahnmediziner
den 'gläsernen Arzt'. ... Auch von den Datenschützern können
die Zahnärzte keine Hilfe erwarten. Sie drängten schon im
vergangenen Jahr auf eine Verabschiedung des Gesetzes, weil es nach
ihrer Ansicht den Datenschutz verbessern würde." HB 7.8.00
S. 6
*
"Der Familienstammbaum verrat das Infarktrisiko
/ Berliner Infogen GmbH erstellt Risikoprofile
... Das Unternehmen, das 1996 aus dem Max-Delbrück-Zentrum
für Molekulare Medizin (MDC) in Buch ausgegründet wurde, bietet
Interessierten die Möglichkeit, gegen Zahlung einer geringen Gebühr
ein persönliches genetisches Risikoprofil erstellen zu lassen, das
auch andere Informationen aus der Krankheitsgeschichte des Einzelnen berücksichtigt.
... Da personenbezogene Daten strikter Geheimhaltung unterliegen, ist sichergestellt,
dass nur der Berechtigte darüber verfügen kann." WELT 7.8.00
S. 39
*
"Teure Lkw-Maut in Deutschland
Die geplante Einführung einer entfernungsabhängigen
Autobahngebühr für Lastwagen kostet nach Berechnungen von Verkehrspolitikern
bis zum 600 Millionen Mark im ersten Jahr für die Überwachungssysteme."
FR 7.8.00 S. 22
*
"Die 'ganze Branche' wartet auf das Urteil / Handelsblatt-Redakteure
wehren sich dagegen, ihren Aktienbesitz nennen zu müssen
... ... Handelsblatt-Betriebsratsvorsitzende Ulrike Mende
... ... stimmte der Gegenseite in der erfolglosen Güteverhandlung
selbstverständlich zu, dass der Journalismus gerade in Wirtschaftsberichten
'sauber bleiben' müsse. Das Verlangen des Arbeitgebers nach Bekanntgabe
des Aktienbesitzes sei aber eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte
der Kolleginnen und Kollegen, die weit über das gemeinsam verfolgte Ziel
hinausgehe." FR 7.8.00 S. 13
*
"London hält Namen von Kinderschändern
geheim
Trotz wachsenden Drucks lehnt die britische Regierung es ab,
Namen und Adressen von Kinderschändern zu veröffentlichen. Ein
solches Vorgehen nach US-Vorbild werde es nicht geben, sagte am Sonntag
ein Sprecher des Innenministeriums. ... Die Boulevardzeitung 'News of the
World' berichtete am Sonntag, sie habe 300 000 Unterschriften für
ein neues Gesetz zur Veröffentlichung aller Namen von Kinderschändern
gesammelt." Tsp 7.8.00 S. 32
"Geoutet und gelyncht / Jagd auf Pädophile
in Großbritannien
Wirksamer Schutz oder Aufruf zur Lynchjustiz? Die
Veröffentlichung von Fotos und Adressen verurteilter Pädophiler
hat in Großbritannien eine hitzige Diskussion ausgelöst. In
einigen Fällen kam es bereits zur Selbstjustiz. Britische Regierung
ist gegen weitere Veröffentlichung der Namen." taz 7.8.00 S.
4
*