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"Die heimlichen Lauscher im Internet / Immer
mehr Webdienste verpassen den Kunden ungefragt Identifikationsmarken und
spionieren ihnen hinterher
... GUID. Das unschuldig klingende Kürzel steht für
Global Unique IDentifier, eine Art Stempel für die Surfer, mit dem
Online-Marketer ihren Kunden auf die Schliche kommen wollen. ... Datenschützer
fürchten ... , dass die immer einfacher und gründlicher zu erstellenden
Profile der Surfer missbraucht und an Direktmarketer weiterverkauft werden.
... Tatsächlich lassen sich über die Nummern zwar Kundenbewegungen
registrieren, aber zunächst nicht einer namentlich bekannten Person
zurechnen. Prekär und mit Datenschutzgesetzen unvereinbar wird die
Sache, wenn die digitalen Stempel mit persönlichen Informationen verknüpft
werden, die ein Nutzer etwa bei der Registrierung einer Software übermittelt.
Comet Systems, Microsoft, Real-Networks und Konsorten haben zudem den Fehler
gemacht, ihre Kunden in keinster Weise über die Beobachtungspraktiken
zu informieren. Selbst Größen der Computerindustrie wie Intel,
verschweigen wesentliche Eigenschaften ihrer Produkte: Erst als
Datenschützer Alarm schlugen, gab der Chiphersteller zu, eine eindeutige Seriennummer
in den Pentium-III-Prozessor eingebaut zu haben." MoPo 17.12.1999
S. 15
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"Denunzieren statt rehabilitieren / In den USA
stehen Sexualstraftäter lebenslang am Pranger
... Bislang konnte ein Sexualstraftäter nach Verbüßung
der Strafe wie jeder ehemalige Häftling im Schutze der Anonymität
ein neues Leben beginnen. Dies ist nun nicht mehr möglich, seit
der Kongress im Jahre 1996 das so genannte 'Megan's Law' verabschiedete,
wonach Sexualstraftäter von den Behörden auf den Index gesetzt,
unter permanente Überwachung gestellt und öffentlichen Aggressionen
preisgegeben werden. ... Damit ist den einschlägig Verurteilten das
Recht auf Schutz des Privatlebens verwehrt. ... Jeder einschlägig
Verurteilte, auch wenn er sich bewährt und ein neues Leben begonnen
hat, muss ständig damit rechnen, 'aufgespürt' und vor seiner Familie,
seinen Freunden, Kollegen und Nachbarn an den (symbolischen) Pranger
gestellt zu werden." Le Monde diplomatique / taz/WoZ 12/1999
S. 21
"Cyber-Jagd auf 'Perverse'
Wenn in der schönen Jahreszeit in den kalifornischen Counties
die Jahrmärkte abgehalten werden, dann zählt zu den begehrtesten
Attraktionen - neben Pferderennen und der Schweinewaage - das 'outing'
von Sittlichkeitstätern. Zwischen den Wagen der Doughnut-Verkäufer
und den Schießständen wirbt das Justizministerium in grellen
Farben auf einem riesigen Spruchband: 'Kontrollieren Sie selbst! Freier Zugang
zur Beschreibung von Sexualtätern.' Auf sieben Computern, die
mit der Megan-CD-ROM geladen sind, kann der Kunde umgehend Fotos von
(ehemaligen) Sexualdelinquenten, die in seinem Viertel wohnen, auf dem
Bilschirm aufrufen, ... ." Le Monde diplomatique / taz/WoZ 12/1999
S. 21
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LOKALES
Nordrhein-Westfalen:
"DKP als Spitzelgrund für Verfassungsschutz
/ Geheimdienst hat Informanten bei Nazi-Verfolgten
... Dass die VVN-BdA nicht nur nach der allgemein zugänglichen
Quellenlage beobachtet, sondern regelrecht mittels Spitzeln ausgeforscht
wird, bekam jetzt der Kreisvorsitzende der VVN-BdA ... heraus. Er hatte
'Auskunft über gespeicherte personenbezogene Daten gemäß
§ 14 Verfassungsschutzgesetz NRW' beantragt." ND 17.12.1999
S. 5
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