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"Die Kamera allein nützt nichts
Videoüberwachung hilft nur begrenzt ... Moderne Technik
macht es möglich, Einzelne aus der gefilmten Menschenmasse herauszugreifen
und durch Datenabgleich herauszufinden, ob vor der Kamera ein gesuchter
Straftäter umherspaziert. Doch arbeiteten viele Systeme zur automatischen
Gesichtserkennung noch nicht mit der gewünschten Zuverlässigkeit,
hieß es vor kurzem auf einer Tagung zum Datenschutz in Wiesbaden.
Gleiches gelte für die in Leeds entwickelte 'thinking camera'. Sie
soll Alarm geben, wenn sich eine Person, zum Beispiel in einem Parkhaus,
anders verhält, als man das normalerweise von ihr erwartet. ... In
Berlin wird überlegt, das Regierungsviertel mit Videokameras zu übewachen.
Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen
und seit kurzem auch Sachsen haben Spezialregelungen für die dauerhaufte
Überwachung von Straßen und Plätzen durch Videokameras
eingeführt. ... Das Missfallen der hessischen Datenschützer erregte
eine Stadt, die die Videotechnik nutzt, um den Einsatz ihrer Mitarbeiter
bei Trauerfeiern zu steuern. Auch in ein Bürgerbüro gehöre
keine Überwachungskamera, rügten die Datenschützer. ...
Datenschützer wenden gegen die umfassende und dauerhafte Videoüberwachung
von öffentlichen Straßen und Plätzen ein, dass eine Bespitzelung
drohe, die die Psyche deformiere und aus selbstbewussten, eigenständigen
Bürgern angepasste, ängstliche Duckmäuser mache. ... Ungeachtet
solcher Mahnungen befürwortet die Mehrheit der deutschen Bevölkerung
den Einsatz von Videokameras auf öffentlichen Straßen und Plätzen.
... Datenschützer, die sich berufen sehen, die Freiheitsrechte gegen
den Überwachungsstaat zu verteidigen, stehen hier auf einsamen Posten.
FAZ 7.12.99 S. 20
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"Hindernislauf
Für das Datenschutzgesetz plant die Bundesregierung gleich
zwei Reformen: Zunächst muss die längst überfällige
Anpassung an die europäische Datenschutzrichtlinie erfolgen. Und noch
vor dem Ende der Legistlaturperiode soll es dann in einer zweiten Stufe
neu strukturiert, verschlankt und modernisiert werden.
... Zu den wesentlichen Neuerungen des vorliegenden Refentenentwurfs
zum BDSG gehören die Festschreibung der Grundsätze von Datensparsamkeit
und -vermeidung. ... Der Bremer Datenschutzbeauftragte Stefan Walz, unter
anderem Europarechtsspezialist, sagte gegenüber c´t jedoch,
... Man könne die Richtlinie durchaus freizügiger auslegen. Datenschutzbeauftragte
bei der Presse seien nicht unbedingt notwendig. Der Bundesdatenschutzbeauftragte
Joachim Jacob betonte, dass Berufsgeheimnisse 'den Datenschutz nicht entgegenstehen
können'; es dürfe keine 'pauschale Freistellung' geben, sondern
nur ein Abwägen." c´t 1999 Heft 25, S. 46
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"Demoserver als Daten-GAU
Über 800 Laborberichte mit Blutanalysen von Patienten des
Münchner Klinikums rechts der Isar waren über Monate hinweg im
Internet frei zugänglich - inklusive Namen und Geburtsdatum."
c´t 1999, Heft 25 S. 36
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"Microsoft stoppt GUIDs
Die Microsoft 'Streaming Media Division' räumt jetzt doch
personenbezogene Teile in den GUIDs des Windows Media Player ein ... Microsoft
habe aber die hierfür verantwortliche OLE-Funktion bereits überarbeitet."
c´t 1999, Heft 25, S. 36
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"Polizei-Datenbanken sollen verschmelzen
Anlässlich der BKA-Herbsttagung forderte Interpol-Generalsekretär
Raymond Kendall, die Datenbanken von Interpol, Eoropol und Schengen 'binnen
weniger Jahre' zusammenzuführen." c´t 1999, Heft 25, S.
36
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"NSA verklagt:
Der amerikanische Geheimdienst National Security Agency (NSA)
ist wegen des Spionagesystems Echelon verklagt worden. Das Electronic Privacy
Information Center (EPIC) will die NSA durch die Klage zwingen, interne
Dokumente zu veröffentlichen, die die Existenz des geheimen Abhörprojekts
beweisen sollen." BerlZtg 7.12.99 S. 16